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Samstag, 30. Juni 2012

Das Dunkle Volk - Mondschein [Rezension]

Mondschein
Das Dunkle Volk

von Yasmine Galenorn

Originaltitel: Night Myst
Deutscher Titel: Das Dunkle Volk - Mondschein
Verlag: Droemer Knaur
Seitenzahl: 400
Preis als Hardcover: -/- [DA] | -/- [EA]
Preis als Taschenbuch: 9,99 € [DA] | 6,50 € [EA]
Preis als Kindle Edition: 9,99 € [DA] | 4,58 € [EA]
Leseprobe: Das Dunkle Volk - Mondschein
DA = Deutsche Ausgabe, EA = Englische Ausgabe

Über die Autorin

Yasmine Galenorn hatte sich in Amerika bereits einen Namen als erfolgreiche Roman- und Sachbuchautorin gemacht, bevor ihr mit ihrer Serie um die "Schwestern des Mondes" auch der internationale Durchbruch gelang. Sie lebt gemeinsam mit ihrem Mann Samwise und vier Katzen in Bellevue.

Beschreibung

Als die junge Hexe Cicely Waters nach langer Zeit in ihre
Heimatstadt New Forest zurückkehrt, erwarten sie Zerstörung
und Chaos: Immer mehr der magischen Bewohner fallen einer
geheimnisvollen, finsteren Macht zum Opfer.
Auch ihre Jugendliebe, den Feenprinz Grieve, findet Cicely
seltsam verändert vor. Ist auch er in den Bann dunkler Mächte
geraten? Cicely ahnt, dass ihr nur wenig Zeit bleiben wird, um
den Ursprung der tödlichen Gefahr ausfindig zu machen und so
New Forest zu retten – und das Leben des Mannes, für den sie
noch immer Gefühle hegt …

Rezension

Yasmine Galenorns schriftstellerisches Talent steht für mich außer Frage und ich mag ihre Serie um die "Schwestern des Mondes" sehr gerne, daher hatte ich doch einige Erwartungen an ihre neue Serie "Das Dunkle Volk".

Die Geschichte beginnt sehr plötzlich und man wird völlig ins Geschehen geworfen. An sich ist das ja auch nichts schlechtes, jedoch hatte ich hier immer ein großes Fragezeichen im Hinterkopf. Am Anfang wird mit Namen, Titeln und anderen phantastischen Gegebenheiten um sich geworfen und man verliert zuweilen doch den Überblick. Ich hatte zu oft den Eindruck, als wenn ein Vorgängerband fehlen und ich hier einen zweiten oder gar dritten Teil in den Händen halten würde. Es wird schlicht ergreifend zu wenig erklärt, als dass man mit Cicelys Welt wirklich etwas anfangen könnte.

Neben dem unzureichend ausgeleuchteten Hintergrund kommt noch die dubiose Vergangenheit der Protagonistin hinzu, die noch fast ein größeres Fragezeichen darstellt. Cicely besitzt zahlreiche Tätowierungen, ein Windelementar und ein tiefes Band mit ihrer Jugendliebe Grieve, deren Herkünfte erst spät, gar nicht oder unzureichend erklärt wurden. Ich meine, wer lässt sich Tätowierungen stechen, ohne zu wissen warum?
Auch die Beziehung zu Grieve war mir zu vorhersehbar, zu vorherbestimmt und einfach zu fragwürdig. Ich habe sowieso eine gewisse Abneigung für Beziehungen, die schon in irgendwelchen Prophezeiungen in Blut geschrieben stehen ... Auch allgemein gibt Grieve einen ziemlichen lahmen Love-Interest ab. Zu viel: "Ich bin gefährlich, Ich bin nicht gut für dich, Ich muss gegen meine Natur ankämpfen ...", dann gab es im Kontrast dazu aber auch viel: "Wir gehören zusammen, Ich habe soooo lange auf dich gewartet, Ich brauche dich ...". Ja, nicht sonderlich inspirierend ...

An sich ist Cicely auch keine besonders aufregende Protagonstin. Auch hier gibt es zu viel: "Du bist die Auserwählte! Du bist die aus der Prophezeiung, Du wirst den Krieg entscheiden!" ... blablabla. Dabei ist sie nicht einmal sonderlich begabt. Außer mit ihrem (ziemlich coolen) Windelementar habe ich sie kaum wirklich zaubern sehen ... Dabei soll die gute doch eine Hexe sein ^^ Auch ihr restliches Verhalten beschränkt sich auf zu viel denken und zu wenig handeln. Abgesehen von Grieve und Cicely mochte ich die restliche Truppe aber sehr gerne. Riannon mit ihrem Freund Leo, Kaylin und Chatter waren mir alle sympathisch, haben dank Cicely und Grieve jedoch kaum eine Chance wirklich zu glänzen.

Normalerweise ist Galenorn ja für ihre phantastische Vielfalt in ihren Welten bekannt, hier spürt man davon jedoch herzlich wenig. Vampire. Vampire. Vampire und deren Abkömmlinge. Mehr Fantasiewesen bekommt man kaum zu sehen. Außerdem können diese Vampire hier nicht mit neuen Seiten aufwarten: Lüstern, blutdürstig, arrogant und mit der Gehorche-mir-oder-du-wirst-ausgesaugt-Masche konnten sie mir keinerlei Sympathie abgewinnen oder gar den Eindruck von Tiefgründigkeit erwecken. Mit anderen Worten: Klischeehaftig und Langweilig. Yasmine Galenorn kann es doch besser! Warum zeigt sie dies hier nicht?

Auch sprachlich ist es mir zu sehr auf Cicely und die detailgetreue Beschreibung der Landschaft fixiert. Weniger wäre hier wohl mehr gewesen.
Wirkliche Spannung kommt auch nicht auf. Cicely kann zwar viel erzählen, jedoch kaum wirklich etwas zur Handlung beitragen. Auch fehlt in den ersten beiden Dritteln schlicht die Action. Erst zum Ende kommen die Charaktere langsam in die Gänge und treiben den Plot zu einem unglaubwürdigen Finale, das mehr Fragen aufwirft, als beantwortet.

Dieser erste Band hatte in der Grundidee großes Potenzial gehabt, jedoch nichts davon wirklich genutzt. Die Welt wirkt an den Haaren herbeigezogen, die darin mitwirkenden Elemente sind dürftig, den Charakteren fehlt das gewisse Etwas und auch der Schreibstil kann durch Cicely nicht wirklich punkten. Sehr schade. Ob man die Hoffnungen auf den zweiten Band setzen kann, wage ich zu bezweifeln, denn der Karren wurde für mich schon fast schon komplett in den Dreck gefahren.

"Das Dunkle Volk - Mondschein" ist auf keinster Weise etwas besonderes und stolpert von einem Kapitel ins Nächste. Es wird haufenweise Potenzial verschenkt und zu viel in Klischees gebadet. Eine Extra-Portion Kreativität und Einfallsreichtum hätten bei diesem Buch Wunder gewirkt. Yasmine Galenorns Auftakt zur neuen Serie ist für mich bestenfalls Mittelmaß.

Wertung

Story: 2/5
Charaktere: 3/5
Sprache/Schreibstil: 3/5
Emotional: 1,5/5
Endwertung: 2,375
Altersempfehlung: 13+



Fortsetzungen



Teil 2 erscheint im September 2012 bei Droemer Knaur!

♦ ♦ ♦

Trotzdem ein herzliches Dankeschön an die



für dieses Rezensionsexemplar!

♦ ♦ ♦ ♦ ♦

Samstag, 16. Juni 2012

Twist [Rezension]

Twist
Mageri Series #2

von Dannika Dark

Originaltitel: Twist
Deutscher Titel:
-/-
Verlag: -/-
Seitenzahl: 281
Preis als Hardcover: -/- [DA] | -/- [EA]
Preis als Taschenbuch: -/- [DA] | -/- [EA]
Preis als Kindle Edition: -/- [DA] | 2,68 € [EA]
Leseprobe: Twist
DA = Deutsche Ausgabe, EA = Englische Ausgabe

Über die Autorin

Dannika Dark was born on a military base in the U.S. and traveled the world before she was 9. Now she is rooted in the south but her head is planted firmly in the clouds. When she is not writing, she enjoys a great sci-fi or fantasy movie, heaps of chocolate, and unleashing her dark side.
Blog der Autorin: Dannika Dark

Beschreibung

Months after moving to the mysterious city of Cognito, Silver is developing her gifts as a Mage, and learning how to live under new laws. Forced to give up her old life, she must now live in secret among the humans. She finally has hope of leading an ordinary life . . . until Logan Cross walks into it.

Their chance meeting leads her close to discovering the identity of the nameless Mage who once stole her light and discovered the unique power she possesses. That knowledge poses an unimaginable threat to Silver, fueling her search to find out who he is, before he finds her first.

Lives are at stake. Truths are revealed. And an unexpected passion ignites.


Rezension

Da es sich hier um den zweiten Teil einer Reihe handelt, kann diese Rezension Spoiler enthalten!

"Twist" steht seinem Vorgänger "Sterling" in nichts nach und ist eine würdige Fortsetzung, des gelungenen Auftakts.
Leider erfährt man hier nur stellenweise Neues über die geheimnisvolle Welt der Mage, dafür aber umso mehr über die anderen "Breed", wie z.B. den Citah.
Auch werden hier neue Charaktere eingeführt und alte weitergesponnen.
Sehr schade aber ist, dass die Protagonistin Silver kaum eine Veränderung durchmacht und ich zu ihr in diesem Band kaum einen Draht finden konnte. Sie handelt mir zu oft zu ungewissenhaft und erklärt ihre Handlungen kaum. Ich meine, die gute Frau ist 29 Jahre alt und hat immer noch nicht gelernt, dass man Fremden nicht die Tür aufmacht, vor allem wenn man alleine Zuhause ist und von einem Unbekannten gejagt wird ... Wie man den mysteriösen Fremden dann auch noch bekochen kann, bleibt mir ein Rätsel.
Ja, Silver hat mich hier am meisten enttäuscht und Adam somit offiziell abgelöst ^^ Dieser hat in diesem Band einen fast schon undankbaren Platz als "Best-Friend" ...

Logan Cross ist der Neue in der Riege der übernatürlichen Schönlinge und kann durchaus mit seinen Facetten überzeugen ... Auf dem Blog der Autorin läuft aktuell eine Umfrage, zu den beliebtesten Charakteren und Logan führt weit an erster Stelle, was ich mir nicht so recht erklären kann ... Ja, er ist cool, nett, gutaussehend, humorvoll, sensibel und hat eine stichfeste Vergangenheit, aber dennoch konnte ich mich nicht voll mit ihm anfreunden ...
Dass Simon und Justus ein bisschen in den Hintergrund gerutscht sind, habe ich als sehr schade empfunden. Simon gibt (immer noch) die strategische Plaudertasche und Justus den unnahbaren Mentor und Vaterfigur.

Aber ich muss zugeben, dass Justus, mich in den wenigen Momenten, die ihm gehören, voll auf überzeugen konnte. Für mich ist und bleibt er einfach der beste Charakter in der Mageri-Serie. Er ist mit seiner unnahbaren/beschützerischen Art einfach unglaublich faszinierend und ich HOFFE INSTÄNDIG, dass wir im nächsten Teil mehr von ihm sehen und erfahren. Vor allem ist es auch einmal schön, zu sehen, dass eine Schüler-/Mentor-Beziehung auch mal ohne große Liebesschwüre und Bettgeschichten, sondern mit Freundschaft, Loyalität und Liebe (im familiären Sinne) auskommen kann.

Storytechnisch passiert zwar einiges, aber nichts, was mich jetzt unmittelbar vom Hocker gerissen hat, was zum Teil auch an Silvers Sicht der Dinge liegen könnte ...
Die Bösewichte bleiben auch hier sehr blass, fast schon unglaubwürdig und glänzen meist nur durch kurze Auftritte, die den Plot nur mäßig anschubsen. Mehr will ich wirklich nicht verraten, vor allem nicht denjenigen, die Teil 1 vielleicht noch nicht kennen ...

Die Liebesgeschichte ist zwar auch sehr schön, konnte mich jedoch nicht wirklich berühren *hust* Silver *hust*. Ich wünsche mir einfach mehr Emotionen von ihr! Zudem wirkt die Chemie der beiden manchmal doch recht gekünstelt und ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass diese Beziehung von Dauer ist ...

Durch den angenehmen Schreibstil, der sich nicht mit vielen Details aufhält, lässt sich das Buch rasch durchlesen. Leider zieht sich der Mittelteil dann doch etwas in die Länge, was sich bei knapp 280 (Reader-)Seiten allerdings kaum bemerkbar macht.

"Twist" ist eine würdige Fortsetzung zum ersten Teil, kann aber qualitativ kaum aufwerten. Die Protagonistin hat kaum eine wirkliche Entwicklung durchgemacht und ich befürchte, dass sie in den folgenden Teilen zur Nervensäge mutiert ...
Die tollen Nebencharaktere haben viel zu wenig "Screentime" für meinen Geschmack und sorgen damit zusätzlich für Frust ^^
Der Schreibstil bleibt nach wie vor ein Schmankerl und ist meiner Ansicht nach auch für Englisch-Einsteiger gut geeignet.


Auch wenn sich das jetzt alles furchtbar negativ anhört, fühlt es sich beim Lesen nicht so an. Die Charaktere (außer vielleicht Silver) und der Schreibstil bleiben in meinen Augen der größte Pluspunkt am Buch. Leider fällt die Story hier leicht ab und tritt in den Hintergrund, was zwar schade, jedoch nicht gravierend ist.
Ich bin mehr als gespannt auf den dritten Teil, der im Juli diesen Jahres erscheinen soll.

Wertung
Story: 3/5
Charaktere: 3,5/5
Sprache/Schreibstil: 4/5
Emotional: 3/5
Endwertung: 3,375
Altersempfehlung: 14+
Schwierigkeitsgrad: leicht




Fortsetzungen

Teil 3 erscheint im Juli 2012!

♦ ♦ ♦ ♦ ♦

Freitag, 15. Juni 2012

Sterling [Rezension]

Sterling
Mageri Series #1

von Dannika Dark

Originaltitel: Sterling
Deutscher Titel: -/-
Verlag: -/-
Seitenzahl: 263
Preis als Hardcover: -/- [DA] | -/- [EA]
Preis als Taschenbuch: -/- [DA] | -/- [EA]
Preis als Kindle Edition: -/- [DA] | 1,02 € [EA]
Leseprobe: Sterling
DA = Deutsche Ausgabe, EA = Englische Ausgabe

Über die Autorin

Dannika Dark was born on a military base in the U.S. and traveled the world before she was 9. Now she is rooted in the south but her head is planted firmly in the clouds. When she is not writing, she enjoys a great sci-fi or fantasy movie, heaps of chocolate, and unleashing her dark side.
Blog der Autorin: Dannika Dark

Beschreibung

Zoë Merrick lived a less than ordinary life, until late one night, she was brutally attacked and left for dead.

A man named Adam spotted her running down the road covered in blood, and took her under his wing. Zoë didn't just survive that night - she underwent a physical transformation and acquired strange new abilities. Severed from her old life, her frustration grows as she tries to comprehend what's happening to her.

Serendipity leads her to Justus. He's handsome, arrogant, and not entirely human. Zoë learns the truth about what she is, and just how dangerous their world is for a young Mage. The only way she will understand her power is by putting her trust in this man, and accepting the protection he offers.

When her immortal freedom is threatened by the one man who has a right to claim her, Zoë learns the price of freedom...and the value of loyalty.


Rezension

Zu Beginn zieht sich das Buch recht langsam dahin, ohne Spannung und vor allem ohne wichtige Informationen. Daher war ich anfangs auch skeptisch, dem Buch gegenüber.
Man wird doch recht schnell in die Geschichte reingeworfen, ohne wirklich zu wissen, was Sache ist. Der Protagonistin geht es genauso, allerdings scheint es sie auch zu Beginn, kaum zu interessieren. Zoe und Adam leben die erste Hälfte einfach so vor sich hin, ohne sich die wichtigen Fragen zu stellen, die einen auch als Leser beschäftigen: Was ist Zoe nun? Wer war der unbekannte Angreifer? Warum nimmt Adam sie nach ihrer Attacke einfach so bei sich auf?
So dauert es eine Weile, bis man in die Geschichte reinkommt.
Erst zur Hälfte das Buches wendet sich das Blatt, als neue Charaktere auf dem Plan stehen. Gute Charaktere! So kommt schließlich auch der anfangs kaum vorhandene Plot ins Rollen.

Die Story ist zu Beginn auch die große Unbekannte in "Sterling". Man erfährt kaum etwas und redet nur um den heißen Brei herum. Zum Glück ändert sich dies. Die Geschichte ich nicht wirklich etwas neues, wurde dem Leser jedoch frisch und sauber verpackt. Die Autorin bringt neue Ideen und lässt vor allem Luft nach oben für die nachfolgenden Bänden, von denen vier in Planung sind.

Die Charaktere sind sehr gut, auch wenn manche durchaus ihre Durststrecken haben. Vor allem die Protagonistin Zoe war mir stellenweise einfach zu "blass" um die Nase. Die größte Enttäuschung hier war Adam, der mir einfach zu perfekt und zu nett war. Für mich persönlich handelt er außerdem zu oft nicht nachvollziehbar. Ich würde nicht einfach eine Wildfremde bei mir aufnehmen, die offensichtlich verfolgt wird und würde sie anschließend einfach so bei mir einquartieren ...

Der Rest der Charaktere waren alle samt glaubhaft und auf ihre Weise einzigartig. Vor allem Justus hat es mir angetan, der stetig mit neuen Seiten aufwarten kann. Auch Simon kann mich mit seinen Kommentaren durchaus zum schmunzeln bringen.
Ich freue mich, sie alle in der Fortsetzung wiederzusehen!

Außerdem sei an dieser Stelle mal erwähnt, wie toll ich es finde, dass ein Urban-Fantasy Buch auch mal ohne große "Bettgeschichten" auskommen kann. Ja, es wird geknutscht und Zoe landet auch das eine oder andere Mal FAST in der Kiste, aber das ist wirklich nur nebenher und nicht der Hauptbestandteil der Geschichte *hust*

Jedoch zeichnet sich für mich jetzt schon eine zukünftige Dreiecksbeziehung ab, denen ich leider nie etwas abgewinnen kann ... auch in diesem Fall nicht ^^
Meine "Gesinnung" steht sowieso schon fest ^^

Sprache und Schreibstil sind im großen und ganzen doch recht einfach gehalten und leicht verständlich. Manchmal fehlte mich jedoch das gewisse Etwas, was den Schreibstil wirklich gut gemacht hätte.

Wie oben schon erwähnt, war das Buch anfangs sehr langweilig und eintönig. Das ändert sich jedoch aber der Hälfte. Ab dann wird es spannend und der Plot kann sich endlich entfalten. Ein fieser Cliffhanger wird uns zum Glück erspart, jedoch kam ich nicht umhin, mir gleich die Fortsetzung "Twist" für 89 Cent zu besorgen ...

Im großen und ganzen ist "Sterling" ein super Buch, das zwar ein altes Grundprinzip hat, dabei jedoch mit neuen Ideen aufwarten kann. Einsteiger sollen sich auf keinen Fall vom langweiligen Anfang abschrecken lassen! Die Charaktere sind gut, können jedoch mehr, was hier leider nicht gezeigt wurde. Hierbei hoffe ich auf Band 2!

Die Autorin hat in mir auf jeden Fall einen Fan mehr gefunden und ich kann das Buch jedem empfehlen, der gute Leseunterhaltung sucht :)
Für knapp einen Euro definitiv ein Highlight!

Wertung
Story: 4/5
Charaktere: 3,5/5
Sprache/Schreibstil: 4/5
Emotional: 3,5/5
Endwertung: 3,75
Altersempfehlung: 14+
Schwierigkeitsgrad: leicht




Fortsetzungen



♦ ♦ ♦ ♦ ♦

Sonntag, 10. Juni 2012

Wenn nur noch Asche bleibt [Rezension]

Wenn nur noch Asche bleibt

von Britta Strauss

Originaltitel: Wenn nur noch Asche bleibt
Deutscher Titel: siehe oben
Verlag: Sieben-Verlag
Seitenzahl: 196
Preis als Hardcover: -/- [DA] | -/- [EA]
Preis als Taschenbuch: 14,90 € [DA] | -/- [EA]
Preis als Kindle Edition: 8,99 € [DA] | -/- [EA]
Leseprobe: Wenn nur noch Asche bleibt
DA = Deutsche Ausgabe, EA = Englische Ausgabe

Über die Autorin

Geboren 1978 in Sachsen-Anhalt, wo nach wie vor meine Wurzeln liegen, habe ich meine metaphorischen Zweige und Äste seit 2001 zum schönen, bergischen Land ausgestreckt. Ich schreibe, um mich selbst zu entführen. Um nachts durch ferne Wälder zu laufen, auf einem Pferderücken dahinzufliegen, in die Tiefen des Universums einzutauchen oder mit Walen zu schwimmen. Und ich schreibe, um meine Leser zu entführen. Für eine Weile die Realität vergessen. Verführt werden.

In meinem Leben erlaube ich mir so viele Freiheiten wie möglich und gehöre zu den glücklichen Wesen, die ihre wahre Liebe gefunden haben. Ich glänze durch Chaos, Zerstreutheit, Naturvernarrtheit, Vorliebe für Dresdner Stollen, Kaffee und sonstige Leckereien, sowie einen exorbitanten Hang zum Träumen und Fabulieren, dem sehnsüchtigen Streben nach Erfüllung. Wo ich in der Realität an Grenzen stoße, muss mein Laptop ran. Denn im Geiste ist die Freiheit grenzenlos.

Beschreibung

Agent Daniel Natali, Leiter des Special-Reaction-Teams der Polizei in Portland/USA lebt für seinen Job. Adrenalin ist seine Droge, Lebensgefahr sein ständiger Begleiter. Nach einem Schicksalsschlag, zieht er sich für eine Weile in ein abgeschiedenes Kloster in den chinesischen Bergen zurück. Dort nimmt ihn ein Großmeister des Shaolin-Kung-Fu nicht nur unter seine Fittiche, sondern weiht ihn auch in ein uraltes, mächtiges Geheimnis ein, das Daniels Leben für immer verändert. Zurückgekehrt in seinen Job stellt man ihm die temperamentvolle Elena als Partnerin zur Seite. Eine wahre Herausforderung für Daniels hart erkämpften inneren Frieden.
Gemeinsam müssen sie gegen eine apokalyptische Sekte ermitteln. Als sie ins Visier des skrupellosen Anführers geraten, verschwimmt die Grenze zwischen Jägern und Gejagten. In einem Strudel aus Gefahr, Begehren und geheimnisvollen Kräften müssen Daniel und Elena um ihr Leben und ihre Liebe kämpfen.


Rezension

Als erstes möchte ich hier meine tiefe Enttäuschung zum Ausdruck bringen. Ein Meisterwerk hatte ich nicht erwartet, dennoch hatte ich mich auf ein lauschiges Lesevergnügen eingestellt, was ich aber nicht bekommen habe.

Ich möchte zuerst das einzige loben, was mir wirklich gefallen hat: Britta Strauss' Schreibstil. Er ist wunderbar flüssig und verwendet schöne Methapern, die mir sehr gefallen haben. Allerdings passt er (leider) so gar nicht zum Rest.

Die beiden Charaktere Daniel und Elena sind beide stumpf und unglaubwürdig. Daniel nimmt man die Rolle als übernatürlichen Wächter mit "geistiger Begleitung" ebenso wenig ab, wie Elena Aufgabe als Polizistin. Ich habe mich mehrmals gefragt, wie sie überhaupt so weit kommen konnte. Im Buch hat sie gefühlte drei Einsätze, in denen sie von Naivität, übermäßiger Ängstlichkeit und purer Dummheit nur so strotzt. Außerdem muss sie in jedem Kapitel noch erwähnen, wie unglaublich gut Daniel aussieht, was für ein Held er doch ist und das sie ihm mit Haut und Haaren verfallen ist.

Allgemein hat die "Beziehung" zwischen den beiden einen viel zu hohen Stellenwert bekommen, wenn es nach mir geht. Die Anziehung der beiden ist einfach nur gestellt, nicht nachvollziehbar und für mich nicht im geringsten prickelnd oder gar faszinierend. Weniger wäre in diesen 196 Seiten wirklich mehr gewesen.

Daniels Charakter hätte durchaus Potenzial gehabt, beeindruckt mich persönlich aber so gar nicht. Stark und gottgleich mit mysteriösen Kräften und Selbstheilungsfähigkeiten ... Scheinbar ohne Schwächen. Langweilig. Sein "geistiger Begleiter" scheint nur dazu da zu sein, ihm ab und an einen plottechnischen Schubs zu geben und ihn aus Schwierigkeiten zu befreien.
Die Dialoge zwischen Elena und Daniel sind einfach nur nervtötend und stumpf. Elena als taffe Sprücheklopferin? Nicht Wirklich ...
Daniel als knallharter Kämpfer mit philosophischem Einschlag? Nervig!
Jedes Mal wenn Daniel mit seinen chinesichen Shaolin-Weisheiten angefangen hat, habe ich mir an den Kopf gefasst. Das war nebenbei auch das einzige, bei dem ich mit Elena einer Meinung war ...

Nebencharaktere? Es gab keinen, außer Smith, der mich im Gedächtnis geblieben ist. Allesamt blass, austauschbar und scheinbar nur dazu da, Elena und Daniel besser aussehen zu lassen (was sie ja ohnehin schon tun).

Der Bösewicht? Er will das selbe wie alle anderen, er hat das selbe wie alle anderen und aus ihm wird das selbe, wie aus allen anderen. Ein Cliché jagd das nächste. Ich dachte wir wären aus den Zeiten raus, in denen die Antagonisten eine Katze auf dem Schoß streicheln, während sie mit ihren Untergebenen reden ...

Die Story fühlt sich an, wie eine etwas zu lang geratene Tatortfolge. Apokalyptische Sekte will durch die Inbesitznahme dreier Kristalle die Weltherrschaft an sich reißen. Damit lässt es sich wohl kurz zusammenfassen. Es wird sich noch nicht einmal bemüht, spannende Wendungen einzubringen. Ich hätte mir ein paar mehr Ideen und vielleicht ein paar mehr 'übernatürliche' Elemente gewünscht, die mir die 196 Seiten versüßt hätten.

Am emotionalen Teil will ich mich gar nicht aufhalten: Gähn! Allerdings war es an manchen Stellen doch etwas komisch, was ich jedoch den gezwungenen Dialogen und Charakteren zurechne.

"Wenn nur noch Asche bleibt", wollte so vieles sein: Krimi, Liebesgeschichte und Abenteuerfilm, ist jedoch nichts davon wirklich gut. Krimi? Viel zu vorhersehbar, absurd und einfallslos. Liebesgeschichte? Nette Grundidee, die jedoch an den beiden Hauptcharakteren und der Kürze des Buches scheitert. Abenteuerfilm? Indiana Jones trifft CSI, inklusive Weltherrschaft und schlechter Polizeiarbeit.

Das einzige, was mir wirklich gut gefallen hat, war der Schreibstil, den die Charaktere aber kaum verdient haben: Schön, flüssig und mit Liebe gemacht.

"Wenn nur noch Asche bleibt" hat mich auf ganzer Linie enttäuscht und leider kann ich dem Buch kaum etwas Gutes abgewinnen. Sympathischere Charaktere, etwas mehr Kreativität und Ideenreichtum hätten bei dem Buch bestimmt Wunder gewirkt.

Wertung
Story: 2/5
Charaktere: 1,5/5
Sprache/Schreibstil: 4/5
Emotional: 1/5
Endwertung: 2,125
Altersempfehlung: 14+



Nichtsdestotrotz ein herzliches Dankeschön an den



für dieses Rezensionsexemplar!

♦ ♦ ♦ ♦ ♦

Freitag, 18. Mai 2012

Der Knochenbrecher [Rezension]

Der Knochenbrecher

von Chris Carter

Originaltitel: Night Stalker
Deutscher Titel: Der Knochenbrecher
Verlag: Ullstein
Seitenzahl: 416
Preis als Hardcover: -/- [DA] | 13,95€ [EA]
Preis als Taschenbuch: 9,99€ [DA] | 6,40€/8,20€/16,69€ [EA]
Preis als Kindle Edition: 8,99€ [DA] | 4,47€ [EA]
Leseprobe: Der Knochenbrecher
DA = Deutsche Ausgabe, EA = Englische Ausgabe

Über den Autor

Chris Carter wurde 1965 in Brasilien als Sohn italienischer Einwanderer geboren. Er studierte in Michigan forensische Psychologie und arbeitete sechs Jahre lang im Psychologenteam der Staatsanwaltschaft. Dann zog er nach Los Angeles, wo er als Musiker Karriere machte. Gegenwärtig lebt Chris Carter in London. Die beiden ersten Fälle mit Profiler Robert Hunter standen wochenlang auf der Bestsellerliste, "Der Knochenbrecher" ist der dritte Fall.

Beschreibung


Eine nicht identifizierte Frauenleiche wird in die Rechtsmedizin des Los Angeles County gebracht. Die Todesursache: unklar. Der Körper scheint unverletzt - bis auf die Vagina, die zugenäht worden ist. Was den Pathologen noch mehr schockiert: Bevor die Frau zugenäht wurde, hat der Täter ein Objekt in ihr platziert.
Detectiv Robert Hunter wird auf den Fall angesetzt. Seine Ermittlungen führen ihn in die Künstlerszene Hollywoods, in der Geld, Liebe, Besessenheit und Größenwahn regieren. Die Ermittlungen bekommen eine neue Richtung, als die attraktive Privatermittlerin Whitney Meyers auftaucht und Hunter auf eine Reihe vermisst gemeldeter Frauen aufmerksam macht, die, eine, Informanten zufolge, angeblich von einem Psychopathen gefangengehalten werden ...
Hunter jagt ein Monster, einen Täter,, der gefährlicher ist, als ein Mensch es sich vorzustellen vermag, und in dessen Vergangenheit ein dunkles Geheimnis ruht - der Schlüssel zu diesem Fall.

Rezension


L.A. wird von einer Reihe brutaler Morde an schönen Künstlerinnen heimgesucht. Der LAPD Detectiv Robert Hunter und sein Assistent Carlos Garcia werden darauf angesetzt. Allerdings sind sie nicht die einzigen, die darauf aus sind, den Fall zu lösen: Die Privatermittlerin Whitney Meyers stellt ebenfalls Nachforschungen an.
Bei so einem Thriller/Krimi fällt die Inhaltsangabe, wie ich finde, immer etwas kürzer aus, da jedes Detail eines zu viel sein könnte ;)

"Der Knochenbrecher" ist unglaublich spannend und rasant geschrieben worden. Die Kapitel sind recht kurz und enden fast alle mit einem fiesen Mini-Cliffhanger, der die Kapitel nur so dahinfliegen lässt. Chris Carter verzichtet (zum Glück) auf überflüssige Details und Rückblicke und schafft es, den Leser immer ein bisschen im Dunkeln tappen zu lassen. Bis zum fulminanten Ende gibt es immer noch die eine oder andere Unbekannte.
Aufmerksamen Lesern empfehle ich Zeit mitzubringen, wenn sie dieses Buch beginnen: Es wird euch nicht mehr loslassen!

Die Charaktere sind durch die Bank interessant und sympathisch ausgearbeitet worden, auch wenn mit stellenweise doch etwas "Würze" gefehlt hat. Chefermittler Robert Hunter war mir in manchen Augenblicken doch zu "perfekt" und mir hätten ein paar mehr persönliche Noten von ihm gut gefallen. Die größte "Enttäuschung" stellt für mich die Privatermittlerin Whitney Meyers dar, die mir, außer einmal, immer zu blass geraten war, und mir wie das fünfte Rad am Wagen vorkam.
Die restlichen Charaktere (und davon gibt es reichlich) hatten alle samt ihre Aufgabe gut gemacht und wurden ausreichend charakterisiert.

Emotional ist "Der Knochenbrecher" definitiv ein Highlight. Von der ersten, bis zur letzten Seite spannend und beklemmend. Als ich das Buch abends zur Seite gelegt hatte, hatte ich doch noch einen kurzen Blick unter mein Bett riskiert, um auch ja sicher zu sein, dass ich alleine bin ...

Die Geschichte um die brutalen Morde wurde sehr gut und vor allem logisch in Szene gesetzt und lässt am Schluss keine Fragen offen, auch wenn ich mir persönlich das eigentlich Ende doch etwas spektakulärer erhofft hatte.

Im Fazit kann ich sagen, dass "Der Knochenbrecher" für mich ein Highlight gewesen ist. Spannend und Fesselnd bis zum Schluss: So muss ein Thriller sein!
Ich schäme mich fast schon dafür, die beiden Vorgängerbände "Der Kruzifix-Killer" und "Der Vollstrecker" noch nicht gelesen zu haben, was ich aber definitiv nachholen werden!
Wer Thriller/Krimis mag, wird an "Der Knochenbrecher" auf jeden Fall seine 'Freude' haben ;)

Wertung
Story: 4,5/5
Charaktere: 3,5/5
Sprache/Schreibstil: 5/5
Emotional: 4,5/5
Endwertung: 4,375
Altersempfehlung: 16 Jahre



Weitere Bücher mit Robert Hunter:






Noch einmal herzlichen Dank an


und



für dieses Rezensionsexemplar!


♦ ♦ ♦ ♦ ♦

Freitag, 11. Mai 2012

Blutrote Küsse [Rezension]

Blutrote Küsse

von Jeaniene Frost

Originaltitel: Halfway to the Grave
Deutscher Titel: Blutrote Küsse
Verlag: Blanvalet
Seitenzahl: 416
Preis als Hardcover: -/- [DA] | -/- [EA]
Preis als Taschenbuch: 7,95€ [DA] | 5,70€/8,99€ [EA]
Preis als Kindle Edition: 6,99€ [DA] | 4,40€/5,49€ [EA]
Leseprobe: Blutrote Küsse
DA = Deutsche Ausgabe, EA = Englische Ausgabe

Über die Autorin


Jeaniene Frost lebt mit ihrem Mann und ihrem Hund in Florida. Obwohl sie selbst kein Vampir ist, legt sie wert auf einen blassen Teint, trägt häufig schwarze Kleidung und geht sehr spät zu Bett. Und obwohl sie keine Geister sehen kann, mag sie es, auf alten Friedhöfen spazieren zu gehen. Jeaniene liebt außerdem Poesie und Tiere, aber sie hasst es zu kochen. Zurzeit arbeitet sie an ihrem nächsten Roman.

Beschreibung

Cat ist eine Halbvampirin und wurde zu bedingungslosem Hass auf alle Blutsauger erzogen. Seit sie alt genug ist, geht sie mit Halbwissen, das aus Filmen und Romanen stammt, auf die Jagd nach den Untoten - mit überraschendem Erfolg!
Doch dann begegnet sie Bones, einem Vampir, der ihre Welt auf den Kopf stellt. Nicht nur, dass er das gewisse Etwas zu haben scheint. Er macht auch noch selbst Jagd auf die Vampire. Ist es möglich, dass nicht alle Blutsauger böse sind? Ganz sicher ist sich Cat da nicht, doch vorsichtshalber willigt sie ein, als er ihre Hilfe verlangt. Denn Bones ist auf einem Rachefeldzug gegen einen uralten Widersacher, und wenn Cat dabei Vampire vernichten kann, soll ihr das nur recht sein. Doch da geschieht das Unmögliche - sie verliebt sich in Bones ...

Rezension


Wahnsinn. Wahnsinn. Wahnsinn. Anders kann ich es beim besten Willen nicht ausdrücken. Das Buch hat mich wirklich in seinen Bann gezogen.
Gleich vorne weg: Das beste Urban Fantasy Buch, dass ich bisher gelesen habe!

Die Story ist zugegeben, nicht das, was mich an dem Buch wirklich beeindruckt hatte. Die Geschichte ähnelt eher einem paranormalem Thriller, spannend und fesselnd in jeder Sekunde. Die Autorin konzentriert sich streng auf eine Handlung und lässt etwaige Nebenhandlungen, oder Nebencharaktere kaum aufkommen. Schade meint ihr?
Nicht unbedingt, obwohl ich hoffe, dass die Story in den Folgebänden noch etwas anziehen wird. Allerdings kann "Blutrote Küsse" mit ganz anderen Qualitäten aufwarten: Den Charakteren und dem Schreibstil. Beides passt so wunderbar zusammen und ergänzt sich schier perfekt.

Cat wandelt auf dem schmalen Grad zwischen nervig und witzig, und auch ich muss zugeben, dass ich eine Weile brauchte, um mir ihr warm zu werden. Das legt sich aber nach dem ersten Drittel, als die Story beginnt, an Fahrt aufzunehmen. Allerdings muss ich sagen, dass es für mich nicht Cat ist, die das Buch dominiert. Es ist Bones. Man muss Bones einfach lieben!
Anfangs kommt er einem so unglaublich unnahbar vor, mit seiner provozierenden Art und seinem schwarzen, scheinbar immer unangebrachten Humor. Aber spätestens nach den ersten Kapiteln war ich ihm mit Haut und Haaren verfallen. Seine Sprüche treffen den Nagel auf dem Kopf und bringen sowohl Cat, als auch den Leser mehrmals in Verlegenheit. Bones nimmt wirklich kein Blatt vor den Mund. Seine Sprüche sind derb, aber irgendwie doch immer auf ihre Weise passend in Szene gesetzt. Ich konnte mich manchmal wirklich kaum halten vor Lachen! Bones lullt nicht nur Cat mit seinem Charme ein, auch ich als Leserin kann ein Lied davon singen ... Dabei hatte ich persönlich ja schon fast mit den Thema Vampire abgeschlossen. Bones ist wirklich einer der besten Buchcharaktere, von denen ich je lesen durfte und er kommt auf jeden Fall in meine Top 3! Wie gerne würde ich mit Cat tauschen ... ^^
So, nun aber genug von den Schwärmereien um Bones ...

Jeaniene Frost hat einen unglaublich passenden Schreibstil. Er ist derb, witzig, sarkastisch, spannend und alles in allem einfach nur zum Schießen! Die Autorin lässt fließend Cats Gedanken und Gefühle in den Schreibstil einfließen, ohne das die Hauptperson gleich zu aufdringlich wirkt.

Das Buch ist (wie schon tausend mal erwähnt) unglaublich komisch. Egal, ob es Cats sarkastische Anmerkungen , Bones "mehrdeutige" Sprüche oder einfach nur die Komik der Situation ist.

"Blutrote Küsse" vereint einfach alles, was ein spitzemäßiges Urban Fantasy Buch ausmacht. Tolle, spritzige, einzigartige und einfach nur sabbererzeugende Charaktere, eine angenehm spannende Handlung und einen fesselnden Schreibstil. Achja, und einen der gemeinsten Cliffhanger seit langem ^^ Ich lechze bereits jetzt, nachdem ich das Buch in einem Tag ausgelesen hatte, nach der Fortsetzung!
"Blutrote Küsse" = Für mich eines der besten Urban-Fantasy Bücher überhaupt! Lesen! Definitiv Lesen!

Wertung
Story: 3,5/5
Charaktere: 4,5/5
Sprache/Schreibstil: 5/5!
Emotional: 4/5
Endwertung: 4,25
Altersempfehlung: 18 Jahre



♦ ♦ ♦ ♦ ♦

Donnerstag, 10. Mai 2012

Feennacht [Rezension]

Feennacht

von Nina Hansemann

Originaltitel: Feennacht
Deutscher Titel: siehe oben
Verlag: Sieben-Verlag
Seitenzahl: 208
Preis als Hardcover: -/-
Preis als Taschenbuch: 14,90€ [DA]
Preis als Kindle Edition: 8,99€ [DA]
Leseprobe: Feennacht
DA = Deutsche Ausgabe

Über die Autorin

Nina Hansemann wurde 1983 in Alfeld an der Leine geboren. Ihre Ausbildung zur Assistentin für Hotelmanagement schloss sie erfolgreich ab. Anschließend verbrachte sie einige Zeit in Schottland und arbeitete in Edinburgh. Nebenbei veröffentlichte sie Beiträge in verschiedenen Printmedien. Seit 2010 lebt sie in Puchheim.

Beschreibung

Schlafen, trainieren, Kreaturen töten – Leilas Leben ist perfekt. Bis zu dem Tag, an dem sich die Fee Vanora aus ihrem Kristallkäfig und somit aus dem ihr auferlegten Bann befreit. Auf Rache sinnend, wird Vanora zu einer Bedrohung für die Welt der Menschen. Der Einzige, der Leila im Kampf gegen Venora helfen kann, ist ausgerechnet ebenfalls vom Volk der Feen. Der unwiderstehliche Luthias. Ihm hat Leila ihre seltenen Niederlagen zu verdanken. Luthias lässt keine Gelegenheit aus, Frauen zu erobern, und lebt auch sonst die hinterlistige Art seines Volkes mit Genuss aus. Obwohl sich Leila nicht in die Schlange seiner Verehrerinnen einreihen will, und ihm keinesfalls zu trauen ist, fällt es ihr zunehmend schwerer, sich seinem Charme zu entziehen. Nicht ahnend, dass Luthias in der Tat seine eigenen Pläne verfolgt, lässt sie immer mehr Nähe zu ...

Rezension

Gleich vorne weg: Ich ging ohne Erwartungen an das Buch heran, somit wurde ich nicht enttäuscht. Im Gegenteil, das Buch hat mich sogar stellenweise positiv überrascht.

Leila ist dreiundzwanzig und wurde ihr ganzes Leben lang von der Bruderschaft aufgezogen, einer alten Fraternität, die sich dazu verpflichtet hat, diese Welt vor der magischen Welt zu beschützen und jeden Eindringling aus der anderen Welt zu töten. Jahrelang kannte Leila kein anderes Leben, der einzige Zeitvertreib, den sie kennt, ist der Kampf und das Töten. Vor ein paar Jahren erfuhr sie jedoch, dass sie eigentlich gar kein Mensch ist, sondern von der magischen Welt in diese gebracht wurde, als sie noch ein Baby war. Sie hat magische Fähigkeiten, über die sie jedoch keine Kontrolle hat und die sie auch gar nicht haben will. Als jedoch die uralte Fee Vanora aus ihrem Splitter zu entkommen droht, einem Gefängnis in das Leila sie einst unabsichtlich gesteckt hat, erkennt sie, dass sie Hilfe braucht. Wer könnte das besser geeignet sein, als der attraktive Luthias, der ebenfalls noch eine Rechnung mit der Feendame offen hat?

Die Story ist wirklich nichts besonders und geizt auch nicht der einen, oder anderen Ungereimtheit. Warum zögern alle Vanoras Untergang so lange hinaus, da die Antwort eigentlich so simpel wie genial ist? Die Geschichte wird stellenweise sehr hinausgezögert, wohl um genug Platz für Leilas und Luthias 'Spielchen' zu lassen. Meinetwegen, wobei ich mir doch etwas mehr Standhaftigkeit seitens der Autorin gewünscht hätte.

Leila und Luthias sind beide sympathisch und harmonieren gut miteinander, auch wenn Luthias Sinneswandel dann doch etwas zu schnell kam. Auch die wirklich emotionalen Momente zwischen den Beiden konnten mich nicht hundertprozentig überzeugen. Beide reden viel zu viel um den Brei herum, vor allem gegen Ende, wo ihre Liebesbeziehung einen fast schon kitschig/absurden Touch bekommen hat. Abgesehen davon, gefällt mir die Romanze zwischen den beiden wirklich gut, vor allem die Sticheleien der beiden haben durchaus etwas ;)
Der einzige Charakter, der mich vor Lächerlichkeit hat auflachen lassen ist Vanora, die böse Antagonistin ^^ Klischeehafter kann ein 'Bösewicht' wirklich kaum sein. Ich weiß, Feen sollen das 'Spielchentreiben' ja lieben, aber dumm sind sie bei bestimmt nicht und Vanora ist es. Sie redet erst groß davon, sich endlich an Leila zu rächen, für den Aufenthalt in ihrem kleinen Gefängnis und als sie endlich frei ist, klatscht sie ihr klischeetriefende Dialoge um die Ohren und 'spielt' noch weiter mit ihr. Vanora? Das ist kein Spiel, das ist pure Dummheit! Welcher halbwegs ernstzunehmende Bösewicht würde seinen Feind bitte schön nicht sofort ausschalten?
Abgesehen von Vanora konnte ich jedoch jedem der Nebencharaktere etwas abgewinnen :)

Aus emotionaler Sicht besteht Feennacht fast nur aus der Liebesbeziehung zwischen Leila und Luthias. So etwas hatte ich schon erwartet, also hielt sich die 'Empörung' in Grenzen, obwohl ich mir im Endeffekt doch etwas mehr beinharte Action gewünscht hätte.

Der Schreibstil ist wirklich gut und schweift gekonnt zwischen den Charakteren hin und her, ohne das man es wirklich mitbekommt. Die Kapitel sind nicht immer streng auf Leila orientiert, obwohl ihre Sichtweise wirklich den größten Teil ausmacht, sondern schwenkt zeitweise auch einmal zu Luthias oder Leilas Mentor Tagus.

Im Fazit kann ich sagen, dass Feennacht das Genre nicht gerade um ein Highlight reicher macht. Jedoch macht das Buch vieles richtig: Sympathische Charaktere, eine nette Liebesgeschichte, ein bisschen Action und ein schöner Schreibstil runden das Leseerlebnis ab.
Wer auf die knallharte Kombination Gewalt/Blut/Sex steht, könnte in Feennacht wohl doch leicht enttäuscht werden, wer jedoch ein nettes Urban Fantasy Buch möchte, mit einer angenehmen Liebesgeschichte, der könnte hier richtig sein :)

Wertung
Story: 2,5/5
Charaktere: 4/5
Sprache/Schreibstil: 4/5
Emotional: 3/5
Endwertung: 3,375
Altersempfehlung: 16+



Noch einmal herzlichen Dank an den



und an


für dieses Rezensionsexemplar!

♦ ♦ ♦ ♦ ♦

Mittwoch, 2. Mai 2012

Robocalypse [Rezension]

Robocalypse

von Daniel H. Wilson

Deutscher Titel: Robocalypse
Originaltitel: Robocalypse
Verlag: Droemer
Seitenzahl: 464
Preis als Taschenbuch: 16,99€ [DA], 10,99€/11,95€ [EA]
Preis als Hardcover: -/- [DA], 25,99€ [EA]
Preis als Kindle Edition: 14,99€ [DA], -/- [EA]

Leseprobe: Robocalypse
DA = Deutsche Ausgabe, EA = Englische Ausgabe
 
Über den Autor

Daniel H. Wilson wurde 1978 in Oklahoma geboren - oder vielleicht doch von Robotern unter die Menschen geschmuggelt? Schon als Kind versuchte er, seinen Computer zum Sprechen zu bringen, und verliebte sich in das Androidenmädchen aus einer Fernsehserie. Nach der Highschool studierte Daniel H. Wilson zunächst Informatik, bevor er seinen Doktortitel für Robotik erwarb. Er lebt heute in Oregon.

Beschreibung

Mobiltelefone, Verkehrsampeln, Navigationsysteme - was geschieht, wenn sich diese stummen Diener mit tödlicher Präzision gegen uns wenden?

Der Wissenschaftler Professor Wasserman experimentiert mit einer überlegenen künstlichen Intelligenz - bis zu dem Tag, an dem sie sich nicht mehr löschen lassen will: ARCHOS entkommt aus dem Labor und übernimmt die Kontrolle über sämtliche Maschinen auf der Welt.
Zunächst gibt es nur wenige Anzeichen dafür, in welcher Gefahr die ahnungslose Menschheit schwebt, doch schon nach kurzer Zeit regieren Chaos und Vernichtung. Und doch gibt es Hoffnung, denn selbst der überlegenste Computer kann nicht berechnen, zu was Menschen fähig sind, wenn sie mit dem Rücken zu Wand stehen: Sie formen neue Allianzen. Sie wachsen über ihre Grenzen hinaus. Sie formieren sich zum Gegenschlag. Zu ihnen gehören ein Hacker aus London, eine mutige Mutter aus Amerika, ein Soldat in Afghanistan und ein alter Japaner, dessen stille Trauer um seine Frau ungeahnte Folgen hat ...

Rezension


Wenn man dieses Buch beginnt, dürfte man zuerst über die seltsame Erzählweise von Daniel H. Wilson stolpern.
Die Geschichte ist aus vielen augenzeugenähnlichen Berichten aufgebaut worden, wobei jeder "Bericht" sowohl am Anfang, als auch am Ende mit einem Kommentar von Cormac Wallace, dem Hauptprotagonisten, versehen wurde, denn die Geschichte hat sich zu Beginn schon längst abgespielt. Das Buch beginnt also mit dem Ende.
Normalerweise liegen mir diese "Augenzeugenberichte", die ähnlich wie Kurzgeschichten aufgebaut sind, weniger, aber hier muss ich sagen, haben sie mir ausgesprochen gut gefallen.
Jeder Kapitel, also jeder Bericht, ist wichtig und jeder einzelne Charakter trägt seinen Teil zum großen Ganzen bei.

Die Story ist recht einfach erklärt und es werden dem Leser keine unnützen Fach- und Spezialbegriffe um die Ohren gehauen.
Die KI Archos übernimmt zum Zeitpunkt der "Stunde Null" die Kontrolle über alle Maschinen auf der Welt. Dabei ist es egal, ob es sich um einen hochentwickelten humanoiden Kampfroboter handelt, oder um Daddys heißgeliebten Sportwagen.
Fast alles macht Jagd auf die Menschen und vertreibt sie aus dem Städten.
Die Menschen rotten sich auf der ganzen Welt zusammen und gründen Widerstandsnester, die alle nur ein Ziel haben: Archos zu vernichten.
Gerade zu Beginn in das Buch unglaublich fesselnd und beklemmend. Beispiel: Eine ältere Frau wird vom Sicherheitssystem ihres Wohnhauses in den Aufzug gelockt, der sie daraufhin nach unten, in den Tod zieht. Es ist fast schon gruselig, die mordenden Maschinen bei ihren Taten zu verfolgen.
Die Kapitel sind kurz, knackig, werfen allerdings, je nach Charakter, mit so manchen unnötigen Details um sich. Der Schreibstil ist kurz gesagt: auf den Punkt gebracht.

Die Story wurde gut und einfach ausgearbeitet, man merkt, dass der Autor sich stark mit der Thematik befasst hat. Man muss also kein Hardcore-Science-Fiction-Fan sein, um dieses Buch genießen zu können.
Besonders schön fande ich, dass einmal gezeigt wurde, dass die Menschheit durchaus auch einmal in der Lage ist, sich zusammenzuraufen und als Team gegen einen gemeinsamen Feind vorzugehen, und das sogar auf der ganzen Welt, unabhängig von Rasse, Geschlecht, oder Baujahr ;)

Die Charaktere sind alle samt einzigartig, verschieden und auf ihre eigene Weise glaubwürdig. Wir bekommen in "Robocalypse" ein wahres Aufgebot an Charakteren geboten, die alle ihren Teil zur Geschichte beitragen: zwei Brüder, die ums Überleben kämpfen; ein Japaner, der den "Geist" seiner androiden Frau befreien möchte; eine Mutter, die ihre Kinder retten will; ein Hacker, der sich der Welt schuldig fühlt; ein Roboter, der leben will ... Es sind wirklich einige dabei und jeder einzelne hat in der kurzen Zeit einen gewissen Tiefgang entwickelt, der eine mehr, der andere weniger.
Ich bin wirklich sehr erstaunt gewesen, wie diese "Augenzeugenberichte" zu den Charakteren gepasst haben.

Das Buch hat mich, vor allem in der ersten Hälfte, voll mitgerissen und in seinen Bann gezogen: Spannend, fesselnd und sogar gruselig. Die zweite Hälfte ließ leider dann etwas nach, was wahrscheinlich an den größeren Zeitsprüngen lag, immerhin handelt das Buch fast über drei Jahre hinweg. Nichts desto trotz hat es mich bis zum Ende an der Stange gehalten.
Allerdings muss ich erwähnen, dass das Buch zum Ende hin aufallend viele Parallelen mit dem Film I, Robot zeigte (Ich habe leider nur den Film gesehen) und auch die "Moral" beinahe die selbe geblieben ist: Menschen und Roboter können friedlich in Koexistenz miteinander leben.

Abschließend kann ich nur sagen, dass "Robocalypse" ein sehr spannendes und (für mich) tiefgründiges Buch ist, dass nicht nur Science-Fiction-Fans eine Freude machen könnte. Wer bereits den Film "I, Robot" mochte, könnte auch am ähnlichen "Robocalypse" gefallen finden. Eine klare Empfehlung!

Zum Schluss noch meine beiden Lieblingszitate aus dem Buch (beide stammen von Robotern):


"Menschen sind undurchschaubar. Unendlich unberechenbar." (S. 410, Neun Null Zwo)

"Menschen brauchen erst Katastrophen, um etwas wirklich zu begreifen. Die Menschen sind eine Spezies, die aus dem Kampf hervorgegangen ist und sich auch nur durch Kampf neu formen lässt." (S. 451, Archos)

Wertung:

Story: 4/5
Charaktere: 4/5
Sprache/Schreibstil: 3,5/5
Emotional: 4/5
Endwertung: 3,875
Altersempfehlung: 14+



♦ ♦ ♦ ♦ ♦

Dienstag, 10. April 2012

If I Stay [Rezension]

If I Stay

von Gayle Forman

Deutscher Titel: Wenn ich bleibe
Originaltitel: If I Stay
Verlag: Blanvalet
Seitenzahl: 232
Preis als Taschenbuch: 8,99 [DA] | 6,70€ [EA]
Preis als Hardcover: 16,95€ [DA] | 11,95€ [EA]
Preis als Kindle Edition: -/- [DA] | 4,96€ [EA]
DA = Deutsche Ausgabe, EA = Englische Ausgabe

Über die Autorin
 
Gayle Forman arbeitete als Journalistin, u. a. für Cosmopolitan, Seventeen, The Nation und Elle. Ihr erstes Buch schrieb sie über ihre einjährige Weltreise mit ihrem Mann Nick, dem inzwischen weitere preisgekrönte Bücher gefolgt sind. Sie lebt mit ihrer Familie in New York.

Beschreibung

 
Lift can change in an instant.
A cold February morning ...
A snowy road ...
And suddenly all of Mia's choices are gone.
Except one.
As alone as she'll ever be, Mia must make the most difficult choice of all. 

 ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ 
Mia muss sich entscheiden: Soll sie bei ihrem Freund Adam und ihrer Familie bleiben – oder ihrer großen Liebe zur Musik folgen und mit ihrem Cello nach New York gehen? Was, wenn sie Adam dadurch verliert?

Und dann ist von einer Sekunde auf die andere nichts mehr, wie es war: Auf eisglatter Fahrbahn rast ein Lkw in das Auto, in dem Mia sitzt. Mit ihrer Familie. Sie verliert alles und steht vor der einzigen Entscheidung des Lebens: Bleiben oder gehen? 

Rezension


Diese Rezension bezieht sich auf die englische Ausgabe!

Gleich zu Beginn: Die Story lässt sich recht einfach erklären. Mia verliert bei einem Autounfall ihre Familie und liegt danach selbst in einer Art Koma. Jedoch hat sie ihren Körper verlassen und sieht ihre kritische Lage nun von Außen: Sie sieht die Menschen, die um sie trauern, sich um sie kümmern und sie dazu bewegen wollen, ihr Leben nicht wegzuwerfen, wie hoffnungslos es auch erscheint. Das war die Haupthandlung. Die eigentliche 'Nebenhandlung' besteht aus einer Menge Rückblicken seitens Mia.
Diese sind meistens recht gelungen eingebracht worden und tragen durchaus dazu bei, den einen oder anderen Nebencharakter ins Herz zu schließen. Hierbei erwähne ich Mia bewusst nicht ...
Aber dazu später mehr ...
 
An sich geschieht durchweg nichts wirklich spannendes. Mia beobachtet, Mia denkt nach, Mia erlebt wieder einen Rückblick und ab und zu bekommt Mia Besuch am Krankenbett.
Allerdings wäre dies auch nicht schlimm, da man so etwas auch schon erwartet hatte ... Wären da nicht ein paar andere Umstände, die einfach ins Gesamtbild spucken.
Zum einen wäre da Mia. Mia ist ein durchaus akzeptabeler Hauptcharakter, allerdings gab es einige Sitationen, wo sie sich bei mir extrem unbeliebt gemacht hat.

*Persönliche Rage an*

1. Der Umgang mit dem 'Unfallfahrer'. Man stelle sich vor, man hört, wie sich die Verwandten über den Fahrer unterhalten, der mitverantwortlich für den Unfall gewesen ist, bei dem Eltern, sowie Bruder gestorben sind. Ich persönlich wäre da ziemlich sauer und traurig. Klar, auch wenn der Fahrer vermutlich keinen Einfluss auf den Unfall hatte, wäre ich wenigstens im ersten Moment sauer auf ihn und würde ihm wohl die Pest an den Hals wünschen. Im ersten Moment würde wahrscheinlich jeder Mensch so reagieren, wenn er seine Familie verloren hätte. Aber zum eigentlich Kritikpunkt. Was macht die gute Mia? Ihr erster Gedanke gilt dem armen Fahrer, und dass sie ihn am liebsten sofort Besuchen würde und ihm versichern würde, dass er nichts für den Unfall kann. Als Leser habe ich mir einfach nur die Hand vor den Kopf geschlagen. Das Mädchen setzt eindeutig ihre Prioritäten falsch!
Womit wir postwendend zum zweiten Punkt kommen:

2. Mia hat mehr Mitgefühl für den Unfallfahrer, als für ihre verstorbenen Familienmitglieder. Wie ich darauf komme? Zum einen Mal ist es anfangs gar nicht klar, ob Mias kleiner Bruder schon tot ist, oder nicht. Sie denkt mit gefühlten zwei Sätzen an ihn und vergeht dann wieder im nächsten Rückblick. Der Tod ihrer Eltern? Durchaus traurig und bedrückend, aber Mia muss ja noch mehr in der Vergangenheit schwelgen ^^
Die Autorin bringt den eigentlichen Verlust Mias überhaupt nicht rüber. Tod der Eltern? Unwichtig! Tod des Bruders? Traurig, aber unwichtig! Eventuelle, dauerhafte Trennung von Adam? Katastrophal! Versteht ihr, was ich damit sagen will? Ich hoffe doch, da ich mich hier gerde übelst aufrege ^^
Aber jetzt zum Punkt, bei dem mich Mia zu ihrer Feindin gemacht hat:

3. Ihr Bruder Teddy ...
Wie kann man nur so egostisch und ignorant sein?
Ihre Eltern sind tot, sie liegt im Koma und weiß nicht was mit ihrem Bruder los ist? Mich würde das verrückt machen! Ich würde Amok laufen und zu ihm wollen! Was macht Mia? Sie sitzt im Warteraum und dreht Däumchen, oder sieht den Ärzten zu, wie sie gerade dabei sind, ihr Leben zu retten ^^
Erst bei der Hälfte! des Buches wird ihr plötzlich klar, dass ihr Bruder ebenfalls verstorben ist. Was zun Teufel ist mit dir los, Mädchen?
Erst wird ihr tolles Verhältnis zu ihrem Bruder erörtert, und dann vergisst sie ihn fast das ganze Buch über?
Das. Kann. Nicht. Sein. Ich habe selbst einen kleinen Bruder und kann Mias Verhalten überhaupt nicht nachvollziehen!


*Persönliche Rage aus*

Mia handelt einfach nicht so, wie man es von ihr erwarten würde. Die Autorin setzt das Hauptaugenmerk mehr auf die Rückblicke, als auf die eigentlich Handlung, die irgendwie nur 'nebenbei' erzählt wird.
Mia als Hauptcharakter? Ein No-Go!
Allerdings ist Mia wirklich der einzige Charakter, der mich nicht überzeugen konnte. Der Rest, bestehend aus ihrem Freund Adam, ihrer Freundin Kim, ihren Großeltern oder den besten Freunden ihrer Eltern: Allesamt großartig! Jeder einzelne hatte buchstäblich Charakter und Wiedererkennungswert. Adam war zwar stellenweise doch recht stereotypisch, aber das ist im Grunde genommen nichts schlechtes. Jeder Charakter hatte einen kleinen Tick, oder einen Charakterzug, der ihn einfach glaubhaft gemacht hat.

Außerdem muss ich an dieser Stelle Formans wunderschönen Schreibstil loben. Bis auf die zuweilen doch recht langatmigen Flashbacks liest sich alles flüssig und die Sätze greifen wahrlich ineinander über. Die vielen 'musikalischen Elemente' wirken stellenweise etwas überflüssig und fast schon nervig, waren im Großen und Ganzen jedoch eine nette Idee.

Emotional hätte das Buch mit fesseln können, wären da nicht Mia und die vielen Rückblicke gewesen. Bis zur Hälfte war mir eigentlich egal, ob Mia nun leben oder sterben wollte. Allerdings schafft es die Autorin, alle Fäden auf den letzten Seiten zusammenzuführen und ein doch recht bewegendes Ende zu schaffen. Ich war kurz verwirrt, als ich gesehen habe, dass es eine Fortsetzung gibt. In meinen Augen war das Buch in sich abgeschlossen und braucht keine Fortsetzung.

If I Stay ist ein kurzweiliger Lesespaß, mit vielen Längen und einer (in meinen Augen) recht beschränkten Protagonistin. Allerdings glänzt das Buch durch seinen stimmigen Schreibstil und seine glaubhaften Nebencharaktere. Für melancholisch angehauchte Aprilabende ist es auf jeden Fall etwas, jedoch konnte es meinen persönlichen Nerv überhaupt nicht treffen ;)

Wertung:
Story: 2,5/5
Charaktere: 2,5/5
Sprache/Schreibstil: 4/5
Emotional: 2/5
Endwertung: 2,75
Altersempfehlung: 12+

 

Fortsetzung:



 ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ 

Mittwoch, 28. März 2012

Warrior Cats - Vor dem Sturm [Rezension]

Warrior Cats
Vor dem Sturm
von Erin Hunter

Originaltitel: Warriors - Rising Storm
Verlag: Beltz
Seitenzahl: 340
Preis als Hardcover: 14,95 €
Preis als Taschenbuch: 8,95 €
Preis als Kindle Editon: -/-

Über die Autoren

Hinter dem Namen Erin Hunter verbergen sich gleich mehrere Autorinnen, die gemeinsam die beiden erfolgreichsten Tierfantasy-Serien der Gegenwart schreiben: WARRIOR CATS und SEEKERS. Während Victoria Holmes meistens die Ideen hat und das gesamte Geschehen im Auge behält, bringen Cherith Baldry, Kate Cary und Tui T. Sutherland die Abenteuer der Katzen-Clans und die Reise der wilden Bären zu Papier.

Beschreibung

Feuerherz hat es geschafft! Der junge Krieger ist der Zweite Anführer des DonnerClans. Doch nicht alle Katzen akzeptieren Feuerherz' neue Rolle. Auch Blaustern, die Clan-Anführerin, verhält sich immer seltsamer. Als der Wald von einer schrecklichen Katastrophe heimgesucht wird, steht Feuerherz vor der schwersten Aufgabe seines Lebens: Wird es ihm gelingen, seinen Clan in ein neues Leben zu führen?

Rezension


Seit Feuerherz zum zweiten Anführer des DonnerClans geworden ist, hat er es wahrlich nicht leicht. Blaustern zieht sich nach Tigerkralles Verrat immer mehr zurück und scheint kaum mehr Interesse daran zu haben, die Geschicke ihres Clans zu leiten und wälzt daher einen großen Teil der Verantwortung auf Feuerherz ab. Dieser gibt sein Bestes, um es jedem Recht zu machen, was er meistens auch schafft.
Jedoch ist Tigerkralle und seine Bande aus Streunern immer noch eine Gefahr, wenn auch nicht die einzige ...

Leider kann dieser vierte Band der Warrior Cats Reihe nicht mit seinem spannenden Vorgänger mithalten.
An erster Stelle stehen Feuerherz' Bemühungen, den Clan nach Tigerkralles Verrat zusammenzuhalten. Obwohl Blaustern sich so zurückgezogen hat, versucht der rote Kater ihr Vertrauen einzuflößen und sie zu ihrer alten Größe zurückzuführen.
Viel mehr passiert eigentlich nicht, von Wolkenpfotes 'Ausflügen' mal abgesehen.
Nur gegen Ende wird es kurz noch einmal spannend, bevor das Buch mit einem Knall endet. Viel mehr passiert wirklich nicht, was doch sehr schade ist.

Da Feuerherz schon immer eher ein einzelgängerischer Kater ist, werden kaum engere Kontakte zu anderen Clankatzen geknüpft. Allerdings war die aufkeimende 'Liebe' zwischen ihm und Sandsturm wirklich allerliebst geschildert.

Jedoch gab es in diesem Band auch einige emotionale Stellen, bei denen mir das Auge schonmal feucht wurde ;)
Ich will nicht zuviel verraten, doch werden Leser hier den einen oder anderen Verlust verkraften müssen ...

Wie die vorherigen WC-Bände war auch hier der Schreibstil etwas schmucklos und nüchtern und konzentriert sich eher auf die Gedanken und Handlungen von Feuerherz und co.

Leider ist es einem nicht immer möglich, viel über ein Buch zu schreiben, vor allem wenn es ein Buch aus einer längeren Reihe ist.

'Vor dem Sturm' ist langsamer und gefühlvoller als sein Vorgänger und weiß weniger durch Action, als durch Emotionen zu überzeugen. Daher wirkt das Buch (wieder einmal) nur wie ein besserer Lückenfüller, aber die Aussichten auf einen spannenden fünften Teil sind außerordentlich hoch ;)

Wertung:
Story: 2/5
Charaktere: 3,75/5
Sprache/Schreibstil: 3,75/5
Emotional: 4/5
Endwertung: 3,375
Altersempfehlung: 10+


by Lenchen

Montag, 26. März 2012

Vampirblut [Rezension]

Vampirblut
Schwestern des Mondes

von Yasmine Galenorn

Originaltitel: Blood Wyne
Verlag: Knaur TB
Seitenzahl: 416
Preis als Hardcover: -/-
Preis als Taschenbuch: 9,99 €
Preis als Kindle Edition: 9,99 €

Über die Autorin

Yasmine Galenorn hatte sich in Amerika bereits einen Namen als erfolgreiche Roman- und Sachbuchautorin gemacht, bevor ihr mit ihrer Serie um die "Schwestern des Mondes" auch der internationale Durchbruch gelang. Sie lebt gemeinsam mit ihrem Mann Samwise und vier Katzen in Bellevue.

Beschreibung

Vampirin Menolly, eine der drei "Schwestern des Mondes", hat alle Hände voll zu tun: Sie muss einen Mörder überführen, einer alten Freundin einen ungewöhnlichen Gefallen tun und kräftig in der Vampirpolitik mitmischen. Als wäre das nicht genug, tauchen auch noch der mächtige und attraktive Roman und ein wahres Heer an Geistern auf, die Menollys Leben ordentlich durcheinanderbringen. Wer kann da noch behaupten, untot zu sein, wäre langweilig?

Rezension

Vampirblut ist der neunte Band der Reihe um die "Schwestern des Mondes", und könnte daher Spoiler enthalten.

Ich muss leider sagen, dass nach neun (mal mehr, mal weniger) großartigen Bänden langsam die Luft aus der Reihe draußen ist.
Nachdem ich vom Vorgängerband "Katzenjagd" durchaus positiv überrascht war, habe ich gehofft, dass sich die Reihe wieder fängt und zu ihrer alten Größe zurückfindet. Dies war hier leider nicht der Fall.

Vampirblut ist, ähnlich wie Hexenzorn, nur wieder ein Lückenfüller. Menolly und ihre Schwestern sind hier weniger auf den Kampf gegen Schattenschwinge aus, sondern eher auf die Beseitigung, einiger 'kleinerer' Problemchen. Hier hat Menolly hauptsächlich die Aufgabe, einen psychopathischen Vampir-Serienkiller dingfest zu machen und mehrere, persönliche Angelegenheiten aus der Welt zu schaffen.
Das hört sich nicht sonderlich spannend an? Ist es auch nicht ...

Sicher, Vampirblut hat durchaus seine spannenden Stellen und es passiert unter dem Strich auch einiges, jedoch nicht genug, um mich voll zu überzeugen.
An manchen Stellen im Buch denke ich, dass die Autorin sich langsam in der Geschichte festgefahren hat, und nicht genau weiß, wie sie wieder herauskommt und den Hauptplot zum Ende führt.

Auch Charakterlich entwickeln sich die Charaktere nur wenig weiter. Menolly zeigt jedoch auch mal eine andere, fast schon melancholische Seite, was mir sehr gefiel. Außerdem wurde (schon wieder) ein neuer Charakter und Gelegenheitsliebhaber von Menolly eingeführt: Der Vampirfürst Roman. Ich persönlich kann nichts gegen ihn sagen, da er durchaus sympathisch und vielschichtig ist. Ob die Geschichte um die drei Schwestern ihn nun dringend als neuen Nebencharakter braucht, wage ich zu bezweifeln ... Jedoch heiße ich ihn mehr willkommen, als Shade aus dem Vorgängerband, der auch hier in diesem Band nur eine Statistenrolle spielt. Allerdings sehen wir weniger von anderen Charakteren. Smoky, Roz und sogar Camille und Delilah sind hier deutlich in den Hintergrund gerückt, was ich stellenweise doch sehr schade fand. Wer in Vampirblut wieder geballte Action erwartet, dürfte doch enttäuscht werden. Es wird zwar durchaus gekämpft, jedoch nicht im Maßstab, wie in Katzenjagd oder früheren Bänden.

Vampirblut ist leider wieder ein deutlicher Rückschritt, im Gegensatz zu Katzenjagd und kann nicht voll überzeugen. Viele Charaktere und die Action wurden zulasten kleinerer Nebenhandlungen vernachlässigt und man bekommt zunehmend das Gefühl, die ursprüngliche Hauptaufgabe (den Kampf gegen Schattenschwinge) aus den Augen zu verlieren.
Jedoch hat mir Vampirblut doch deutlich besser gefallen, als Hexenzorn, obwohl beide nur als Lückenfüller fungieren.

Wertung
Story: 3/5
Charaktere: 3/5
Sprache/Schreibstil: 4/5
Emotional: 3/5
Endwertung: 3,25
Altersempfehlung: 16+




Vielen Dank an den Droemer Knaur-Verlag, für dieses Rezensionsexemplar



by Lenchen

Donnerstag, 22. März 2012

Starters [Rezension]

Starters

von Lissa Price

Originaltitel: Starters
Verlag: IVI
Seitenzahl: 400
Preis als Hardcover: 15,99 €
Preis als Taschenbuch: -/-
Preis als Kindle Edition: 11,99 €

Über die Autorin
Lissa Price ist Drehbuchautorin und lebt nach mehreren Aufenthalten in Japan und Indien heute in Kalifornien. Ihr Roman "Starters" ist das höchstgehandelte Debüt der letzten Jahre. Momentan arbeitet Lissa Price am zweiten Band unter dem Titel "Enders".

Klappentext

Die 16-jährige Callie verliert ihre Eltern, als eine unheimliche Infektion alle tötet, die nicht schnell genug geimpft werden - nur sehr junge und sehr alte Menschen überleben. Während die Alten ihren Reichtum mehren, verfallen die Jungen der Armut. Hoffnung verspricht die Body Bank, ein mysteriöses Institut, in dem Jugendliche gegen Geld ihre Körper verleihen können. Das Bewusstsein des alten Menschen übernimmt den jungen Körper für eine Zeit, um wieder jung zu sein. Doch bei Callie geht es schief: Sie erwacht, bevor sie erwachen darf - in einem Leben, das ihr völlig unbekannt ist. Anstelle ihrer reichen Mieterin bewohnt sie eine teure Villa, verfügt über Luxus im Überfluss und verliebt sich in den jungen Blake. Bald aber findet sie heraus, dass ihr Körper zu einem geheimen Zweck gemietet wurde - um einen furchtbaren Plan zu verwirklichen, den Callie um jeden Preis verhindern muss ...

Rezension 


Starters ist (mal wieder) ein recht kläglicher Versuch, eine 0815-Durchschnittsdystopie, als totales Highlight zu verkaufen.
'Ihr Roman "Starters" ist das höchstgehandelte Debüt der letzten Jahre', so wird Starters beworben. Wird es dieser Erwartung gerecht? In meinen Augen nicht.

Die Story hat einige gute Ansätze und die Autorin weiß, wie sie diese ausbauen kann. Anfangs noch faszinierend und vielversprechend, hetzt die Geschichte von einem Höhepunkt zum nächsten, um letztendlich in einen absurden und gezwungenen Schluss überzugehen.
Außerdem weißt die Geschichte doch einige Lücken auf, die ich mir nicht so recht zu erklären weiß. Zukunft. Menschen werden über 200 Jahre alt. Aber die ganze mittlere Altersschicht stirbt an einem Sporenkrieg, den aber die meisten Kinder und Senioren überleben. Haben Kinder und ältere Menschen nicht ein leicht schwächeres Immunsystem als Menschen im 'normalen' Alter? Eigentlich ja schon ... Außerdem ist die Medizinwissenschaft auf einem wahren Hightech-Stand, der es erlaubt, ganze menschliche Bewusstseine in andere Körper zu transferieren, aber sie schaffen es nicht, genügend Impfstoff herzustellen oder Lungenkrankheiten, wie von Callies Bruder Tyler zu heilen?
Eben diese ganzen Fakten werden gedreht und gewendet, wie es der Autorin gerade in den Kram passt, jedenfalls kommt es mir stellenweise so vor ...

Womit ich zum zweiten Punkt komme, den Charakteren.
Hier passt die Aussage: 'Große Klappe - Nichts dahinter'. Im groben sind die Charaktere alle samt gut entworfen worden und haben durchaus sympathische Ansätze. Aber das verfliegt, wenn man anfängt, etwas mehr Tiefgang und Persönlichkeit von den einzelnen Personen zu erwarten.
Callie ist die typische, halbstarke Protagonistin, die in jedes Schlamassel förmlich hineingeschubst wird, und sich dann nur wieder mit Hilfe von Außen daraus befreien kann. Ich persönlich hätte mir von Callie etwas mehr 'Biss' gewünscht.
Zu Blake kann ich eigentlich nur wenig sagen: Lächerlich. Durchsichtig. Naiv und einfach nur dümmlich, anders kann ich es nicht sagen. Leute, die das Buch bereits gelesen haben, wissen, dass sich seine Rolle um 180 Grad wenden wird, aber dennoch schafft er es am Ende nicht, dieses Image auszubügeln. Er ist und bleibt einfach der dümmliche Jüngling (seine 16/17 Jahre kaufe ich ihm nicht ab!), der eine total deplatzierte Schwärmerei für Callie hegt. Diese wird natürlich (aus mir völlig unbegreiflichen Gründen) zweifelsfrei erwidert ...
So stelle ich mir eine romantische Liebesbeziehung nicht vor :/

Aber auch die restlichen Nebencharaktere konnten mich nicht überzeugen. Weder Tyler, Michael, Madison oder Sara haben bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Alles blasse Stereotypen, die wirken, als wären sie nur dazu da, Callie besser aussehen zu lassen. Einzig Helena konnte bei mir gelegentlich so etwas wie Anteilnahme hervorrufen.
Was den Old Man angeht ... Er ist der durchtriebene, abgrundtiefböse Antagonist von Callie. Anders wird er nicht dargestellt. Auch sein "Draht" zu Callie ist einfach nur lächerlich und an den Haaren herbeigezogen. Callie ist ein einfaches, Durchschnittsmädchen, das zur falschen Zeit am falschen Ort war, kein talentiertes, wichtiges Wunderkind, das man auf seine Seite ziehen muss ...
Wie gesagt, einfach stereotypisch ...

Lissa Price hat einen wirklich schönen Schreibstil, der durchgehend Spannung aufbaut und die Seiten dahinfliegen lässt. Jedoch wird dies auf Dauer etwas anstrengend. Es gibt keine Verschnaufspausen, Callie wird von einem Ort zum nächsten gehetzt. Auch fehlt hier und da gewisse Details, die die Geschichte und die Charaktere liebenswerter gemacht hätten.

Starters ist ein durchschnittliches Buch, das im Meer der erscheinenden Dystopien völlig untergeht, nicht hervorsticht oder gar einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Die plottechnischen Ansätze sind durchaus gelungen und interessant, jedoch schlittert die Geschichte kontinuierlich auf einer absurden, nicht glaubhaften Schiene zum Ende entgegen, bei dem ich persönlich nur den Kopf schütteln konnte. Auch die Charaktere sind durchweg blass, stereotypisch und bringen so gar nichts neues ins Genre. Schade, da die Ansätze wirklich Potential hatten ...

Leser, die noch nicht viele Dystopien gelesen haben, können mit diesem Buch durchaus ihre Freude haben, wer jedoch mehr erwartet, könnte doch entäuscht werden.

Wertung:
Story: 2,5/5
Charaktere: 1,5/5
Sprache/Schreibstil: 3,5/5
Emotional: 1,5/5
Endwertung: 2,25
Altersempfehlung: 12+



Noch ein herzliches Dankeschön an den IVI-Verlag und Vorablesen.de, für dieses Rezensionsexemplar!




by Lenchen