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Donnerstag, 22. März 2012

Starters [Rezension]

Starters

von Lissa Price

Originaltitel: Starters
Verlag: IVI
Seitenzahl: 400
Preis als Hardcover: 15,99 €
Preis als Taschenbuch: -/-
Preis als Kindle Edition: 11,99 €

Über die Autorin
Lissa Price ist Drehbuchautorin und lebt nach mehreren Aufenthalten in Japan und Indien heute in Kalifornien. Ihr Roman "Starters" ist das höchstgehandelte Debüt der letzten Jahre. Momentan arbeitet Lissa Price am zweiten Band unter dem Titel "Enders".

Klappentext

Die 16-jährige Callie verliert ihre Eltern, als eine unheimliche Infektion alle tötet, die nicht schnell genug geimpft werden - nur sehr junge und sehr alte Menschen überleben. Während die Alten ihren Reichtum mehren, verfallen die Jungen der Armut. Hoffnung verspricht die Body Bank, ein mysteriöses Institut, in dem Jugendliche gegen Geld ihre Körper verleihen können. Das Bewusstsein des alten Menschen übernimmt den jungen Körper für eine Zeit, um wieder jung zu sein. Doch bei Callie geht es schief: Sie erwacht, bevor sie erwachen darf - in einem Leben, das ihr völlig unbekannt ist. Anstelle ihrer reichen Mieterin bewohnt sie eine teure Villa, verfügt über Luxus im Überfluss und verliebt sich in den jungen Blake. Bald aber findet sie heraus, dass ihr Körper zu einem geheimen Zweck gemietet wurde - um einen furchtbaren Plan zu verwirklichen, den Callie um jeden Preis verhindern muss ...

Rezension 


Starters ist (mal wieder) ein recht kläglicher Versuch, eine 0815-Durchschnittsdystopie, als totales Highlight zu verkaufen.
'Ihr Roman "Starters" ist das höchstgehandelte Debüt der letzten Jahre', so wird Starters beworben. Wird es dieser Erwartung gerecht? In meinen Augen nicht.

Die Story hat einige gute Ansätze und die Autorin weiß, wie sie diese ausbauen kann. Anfangs noch faszinierend und vielversprechend, hetzt die Geschichte von einem Höhepunkt zum nächsten, um letztendlich in einen absurden und gezwungenen Schluss überzugehen.
Außerdem weißt die Geschichte doch einige Lücken auf, die ich mir nicht so recht zu erklären weiß. Zukunft. Menschen werden über 200 Jahre alt. Aber die ganze mittlere Altersschicht stirbt an einem Sporenkrieg, den aber die meisten Kinder und Senioren überleben. Haben Kinder und ältere Menschen nicht ein leicht schwächeres Immunsystem als Menschen im 'normalen' Alter? Eigentlich ja schon ... Außerdem ist die Medizinwissenschaft auf einem wahren Hightech-Stand, der es erlaubt, ganze menschliche Bewusstseine in andere Körper zu transferieren, aber sie schaffen es nicht, genügend Impfstoff herzustellen oder Lungenkrankheiten, wie von Callies Bruder Tyler zu heilen?
Eben diese ganzen Fakten werden gedreht und gewendet, wie es der Autorin gerade in den Kram passt, jedenfalls kommt es mir stellenweise so vor ...

Womit ich zum zweiten Punkt komme, den Charakteren.
Hier passt die Aussage: 'Große Klappe - Nichts dahinter'. Im groben sind die Charaktere alle samt gut entworfen worden und haben durchaus sympathische Ansätze. Aber das verfliegt, wenn man anfängt, etwas mehr Tiefgang und Persönlichkeit von den einzelnen Personen zu erwarten.
Callie ist die typische, halbstarke Protagonistin, die in jedes Schlamassel förmlich hineingeschubst wird, und sich dann nur wieder mit Hilfe von Außen daraus befreien kann. Ich persönlich hätte mir von Callie etwas mehr 'Biss' gewünscht.
Zu Blake kann ich eigentlich nur wenig sagen: Lächerlich. Durchsichtig. Naiv und einfach nur dümmlich, anders kann ich es nicht sagen. Leute, die das Buch bereits gelesen haben, wissen, dass sich seine Rolle um 180 Grad wenden wird, aber dennoch schafft er es am Ende nicht, dieses Image auszubügeln. Er ist und bleibt einfach der dümmliche Jüngling (seine 16/17 Jahre kaufe ich ihm nicht ab!), der eine total deplatzierte Schwärmerei für Callie hegt. Diese wird natürlich (aus mir völlig unbegreiflichen Gründen) zweifelsfrei erwidert ...
So stelle ich mir eine romantische Liebesbeziehung nicht vor :/

Aber auch die restlichen Nebencharaktere konnten mich nicht überzeugen. Weder Tyler, Michael, Madison oder Sara haben bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Alles blasse Stereotypen, die wirken, als wären sie nur dazu da, Callie besser aussehen zu lassen. Einzig Helena konnte bei mir gelegentlich so etwas wie Anteilnahme hervorrufen.
Was den Old Man angeht ... Er ist der durchtriebene, abgrundtiefböse Antagonist von Callie. Anders wird er nicht dargestellt. Auch sein "Draht" zu Callie ist einfach nur lächerlich und an den Haaren herbeigezogen. Callie ist ein einfaches, Durchschnittsmädchen, das zur falschen Zeit am falschen Ort war, kein talentiertes, wichtiges Wunderkind, das man auf seine Seite ziehen muss ...
Wie gesagt, einfach stereotypisch ...

Lissa Price hat einen wirklich schönen Schreibstil, der durchgehend Spannung aufbaut und die Seiten dahinfliegen lässt. Jedoch wird dies auf Dauer etwas anstrengend. Es gibt keine Verschnaufspausen, Callie wird von einem Ort zum nächsten gehetzt. Auch fehlt hier und da gewisse Details, die die Geschichte und die Charaktere liebenswerter gemacht hätten.

Starters ist ein durchschnittliches Buch, das im Meer der erscheinenden Dystopien völlig untergeht, nicht hervorsticht oder gar einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Die plottechnischen Ansätze sind durchaus gelungen und interessant, jedoch schlittert die Geschichte kontinuierlich auf einer absurden, nicht glaubhaften Schiene zum Ende entgegen, bei dem ich persönlich nur den Kopf schütteln konnte. Auch die Charaktere sind durchweg blass, stereotypisch und bringen so gar nichts neues ins Genre. Schade, da die Ansätze wirklich Potential hatten ...

Leser, die noch nicht viele Dystopien gelesen haben, können mit diesem Buch durchaus ihre Freude haben, wer jedoch mehr erwartet, könnte doch entäuscht werden.

Wertung:
Story: 2,5/5
Charaktere: 1,5/5
Sprache/Schreibstil: 3,5/5
Emotional: 1,5/5
Endwertung: 2,25
Altersempfehlung: 12+



Noch ein herzliches Dankeschön an den IVI-Verlag und Vorablesen.de, für dieses Rezensionsexemplar!




by Lenchen

Mittwoch, 7. März 2012

Ugly - Verlier nicht dein Gesicht [Rezension]

Ugly
Verlier nicht dein Gesicht

von Scott Westerfeld

Originaltitel: Uglies
Verlag: Carlsen
Seitenzahl: 432
Preis als Hardcover: -/-
Preis als Taschenbuch: 8,95 €
Preis als Kindle Edition: -/-

Klappentext

Tally kann ihren 16. Geburtstag kaum erwarten, denn dann steht die Schönheitsoperation an, die für alle in diesem Alter vorgesehen ist. Endlich wird sie sich von einer abstoßenden Ugly in eine attraktive Pretty verwandeln und in New Pretty Town leben, wo sie sich um nichts mehr kümmern muss - außer darum, möglichst viel Spaß zu haben.
Doch Tallys Freundin Shay sträubt sich gegen die Operation. Sie will nicht, dass andere bestimmen, wie sie aussieht - oder wie sie ihr Leben führt. Als Shay deswegen aus der Stadt flüchtet, lernt Tally eine neue Seite der heilen Pretty-Welt kennen und die ist nicht besonders schön! Denn die Behörden stellen sie vor eine furchtbare Wahl ...

Rezension

Von der Ugly-Pretty-Special-Reihe habe ich nur gutes gehört und wollte mich schon länger selbst davon überzeugen. Demnach hatte ich hohe Erwartungen an das Buch und diese wurden leider absolut nicht erfüllt ...

Die Idee, die hinter Tallys heiler Welt liegt ist absolut glaubwürdig und immer noch hochaktuell. Man merkt, dass der Autor sich durchaus mit dem Thema vertraut gemacht hat und er schafft es auch, die Atmosphäre dementsprechend zu vermitteln.

Dennoch hat alles einen sehr naiven, stellenweise fast schon absurden Touch. Zum Ende hin ufert die Geschichte fast schon ins Lächerliche und stürzt sich im letzten Viertel von einem Logikloch ins nächste. Ich habe am Ende überhaupt nicht verstanden, was da eigentlich in den Ruinen abgeht. Vor allem, dass die Uglys dort so ungestört ihren rebellischen Tätigkeiten nachgehen konnten. Anfangs wurde ja gesagt, dass die Specials diesen Standort schon als solchen identifiziert hätten ... Und das war nur eines von vielen Logiklöchern, die zum Schluss hin auftauchen.
Außerdem endet die Geschichte mit einem extrem nervtötenden Akt von "Rebellion" und hat mir die Lust auf den kommenden Band vollkommen verdorben.

Was die Charaktere angeht ... Ich bin nicht amüsiert ...
Mir schien es so, als hätte Tally als Hauptcharakter so viel sein wollen, war aber im Endeffekt nichts davon wirklich glaubwürdig. Die Besorgte Freundin? Die Rebellin? Die Spionin? Die Smoke? Die Ugly? Die Heldin? Nichts davon trifft auf sie zu! Außerdem nervt sie anfangs unheimlich mit ihrer naiven Ansicht von: Wir sind alle hässlich! Mädchen benutzt einfach mal deinen Kopf und mach die Augen auf!
Der einzige Charakter, der mich (anfangs) überzeugen konnte war Shay und selbst das hat sich gegen Ende verflüchtigt. David? Ich weiß gar nicht, was Tally an ihm findet. Er ist einfach nur langweilig. Für mich hat er rein gar nichts faszinierendes oder etwas, in das ich mich verlieben könnte ...
Außerdem ... Normalerweise sind ja die weiblichen Protagonisten immer diejenigen, die für einen männlichen Part schwärmen. Hier ist es genau umgekehrt. Hier ist David derjenige, der IMMER in höchsten Tönen von Tally schwärmt: Tally ist so wunderschön! Tally ist so mutig! Tally ist so selbstlos! Tallys kapiert es einfach, wie es hier läuft! Tally ist schon so erwachsen! Tally ist unsere Retterin! Bla, Bla, Bla ... Das ist einfach extrem nervig, vor allem, da Tally nichts von dem wirklich ist! Gut, Tally ist als Hauptperson nun keine völlige Katastrophe, allerdings fehlt ihr die gewisse Selbstständigkeit und das Tiefgründige, was einen guten Hauptcharakter nun einmal ausmacht.

Der Schreibstil hat mir im großen und ganzen recht gut gefallen, auch wenn er mir stellenweise zu sehr auf Tally bezogen war. Außerdem fehlten mir hier und da wichtige Details, wie zum Beispiel nähere Beschreibungen von Smoke.

Durch die flachen, schwach ausgearbeiteten Charaktere und die zum Ende hin absinkende Geschichte konnte ich so gut wie gar keine Bindung zum Buch aufbauen. Es war mich schlicht egal, was mit Tally und co. passiert. Daher wird die Geschichte wohl ohne mich weitergehen. Tally als noch nervtötendere Pretty? Nein Danke!

Ugly ist bei weitem kein schlechtes Buch und ich kann nachvollziehen, warum so viele Menschen dem Buch etwas abgewinnen konnten ... Nur ich gehöre nun einmal nicht dazu ...
In meinen Augen hat Ugly eine super Idee, zum Ende hin stetig abnimmt und absolut durchsichtige Charaktere, die mich persönlich überhaupt nicht überzeugen konnten.

Wertung:
Story: 3/5
Charaktere: 2/5
Sprache/Schreibstil: 3/5
Emotional: 2/5
Endwertung: 2,5
Altersempfehlung: 12+



by Lenchen

Montag, 27. Februar 2012

Ashes - Brennendes Herz [Rezension]

Ashes
Brennendes Herz

von Ilsa J. Bick
  Originaltitel: Ashes
Verlag: Egmont INK
Seitenzahl: 502
Preis als Hardcover: 19,99 €
Preis als Taschenbuch: -/-
Preis als Kindle Edition: 18,99 €

Klappentext

Wie weit würdest du gehen, um deine Liebe zu retten?

Er blickte zu ihr hinab. Zarte, makellose Schneekristalle legten sich auf sein Haar. "Meinst du das ernst?" Sie waren einander so nahe, dass sie das Pulsieren seiner Halsschlagader sah. "Ja", antwortete sie, "das meine ich ernst." "Dann möchte ich, dass du mir etwas versprichst", sagte er. Alex' Herz begann laut und heftig zu pochen "Was?" "Falls ich mich verändere", begann Tom, "versprich mir, dass du mich umbringst."

Alex befindet sich auf einer Wanderung in den Bergen, als plötzlich die Natur um sie herum verrücktspielt und eine Druckwelle sie zu Boden wirft. Was war das? Alex hat keine Ahnung, aber sehr schnell wird klar, dass die Welt, die sie kannte, nicht mehr existiert. Das einzige, worauf sie noch zählenkann, ist ihre Liebe zu Tom. Gemeinsam versuchen die beiden, sich durchzuschlagen. Doch dann wird Tom verwundet, und Alex muss ihn schweren Herzens zurücklassen, um sein Leben zu retten. Als sie mit Hilfe zurückkehrt, ist er verschwunden. Eine packende Suche beginnt. Eine Suche nach Antworten, sich selbst und nach der einen ganz großen Liebe. Denn Alex weiß: Tom lebt, und sie wird ihn finden.

Rezension


Bevor die eigentliche Rezension beginnt, muss ich etwas weiter ausholen.
Seit "Die Tribute von Panem" hatte ich kein Buch mehr gelesen, dass mich einfach restlos begeistert, gefesselt und berührt hat. Das finde ich sehr schade. Darum bin ich jetzt umso froher, dass ich jetzt wieder ein solches Buch gefunden habe: Ashes - Brennendes Herz von Ilsa J. Bick.
Mit Abstand das beste Buch, dass ich dieses Jahr lesen durfte (was bei meiner aktuellen Leseflaute eigentlich nicht verwunderlich ist)

Gleich zu Beginn: Ashes hat mich einfach nur geflasht. Nein, es hat mich weggebombt! Ein Buch muss meinen Nerv treffen, um mich restlos zu fesseln und Ashes hat ihn nicht nur getroffen, es hat ihn förmlich zerfetzt! So etwas ist mir zuletzt nur bei "Die Tribute von Panem" passiert! ;D

Aber nun zum eigentlichen Buch und somit zur Rezension ...

Ashes hat eine recht einfache und fast schon alltägliche Idee, von der postapokalyptischen Welt nach einer Katastrophe. Was die Katastrophe denn nun genau war, bleibt im Endeffekt unbekannt, auch wenn sehr viel darüber spekuliert wird, und das auch glaubhaft und realistisch. Allerdings stört dies überhaupt nicht. Wir sind genauso Ahnungslos wie Alex und co und fiebern mit ihnen mit, als wären wir selbst dabei.

Die Idee weißt, trotz des recht stereotypischen Ansatzes, neue und spannende Ideen auf. Vor allem die Zombies haben etwas mysteriöses und gruseliges ansich, das mir wahrlich Gänsehaut beschert hat ;)

Die Charaktere sind so ziemlich das glaubhafteste und realistischste, was mir in den letzten Jahren untergekommen ist. Jeder hier hat sein Päckchen zu tragen und jeder hier macht seinen Job gut, ohne jemals naiv, unglaubwürdig oder gar gezwungen rüberzukommen.
Alex findet man von Anfang an sympathisch, auch wenn sich so mancher Leser wohl nicht eins zu eins mit ihr identifizieren kann.
Tom ist auf seine ganz eigene Art faszinierend und ich habe ich seit seinem ersten Satz ins Herz geschlossen, genau wie Ellie ;D
Ellies Rolle finde ich einfach nur perfekt. Sie ist ein Kind und bleibt auch ein Kind, mit all seinen Schwächen und Ängsten.
Allerdings erlebt die Geschichte zur Mitte hin eine dramatische Wendung, die neue Charaktere ins Spiel bringt. Diese sind zwar auch gut, reichen bei weitem nicht an das ursprüngliche Trio heran und wirken irgendwie deplatziert.


Auch muss ich hier die sich anbahnende Dreiecksgeschichte erwähnen, die in meinen Augen einfach nur unnötig und stereotypisch ist. Es ist doch von vorneherein klar, dass Alex sich schlussendlich für Tom entscheiden wird und nicht für Chris, sollte Tom je wieder auftauchen (wenn das nicht der Fall sein wird, wäre das für mich ein Verbrechen!)
Allerdings tut dieser Charakterwechsel der Spannung des Buches keinen Abbruch, im Gegenteil! Ich persönlich habe die zweite Hälfte sogar fast als spannender empfunden, als die Erste. Allerdings ist diese ganze Sache mit der 'Sekte' dann doch etwas ausufernd und ich hoffe, dass diese im zweiten Band ordentlich ihr Fett wegkriegt ;D

Das Buch baut kontinuierlich Spannung auf. Jeder Satz passt, jeder Satz trägt zum Allgemeinbild bei und kein Satz wird deplatziert, unnötig oder gar langatmig. Die gut 500 Seiten haben sich angefühlt wie 200!
Ashes ist zur (fast) jeder Sekunde absolut glaubwürdig und realistisch.
Es geht hier um das blanke Überleben und nicht um irgendwelche, an den Haaren herbeigezogenen Konflikte und aufgesetzte Liebesbeziehungen.
Ashes schafft das, was nur noch wenige Bücher dieses Genres schaffen: Einen Leser von der ersten bis zur letzten Seite an das Buch zu fesseln.
Außerdem schafft es Ashes vollkommen undezent, den Leser nach der Fortsetzung betteln zu lassen ... Einen solchen Cliffhanger hatte ich schon lange nicht mehr!

Ashes ist eines der spannendsten und realistischsten Bücher, die ich lesen durfte. Die Charaktere sind einfach nur perfekt und in jedem Augenblick absolut glaubwürdig. Die aufkeimende Liebe zwischen Alex und Tom wäre genau richtig gewesen, wenn sie nicht zur Dreiecksbeziehung mit Chris ausgeartet wäre.
Ashes: Packend, Realistisch, Mysteriös und gleichzeitig auf seine ganz eigene Art wunderschön. Eine absolute Lese-, Kauf- und Suchtempfehlung für Lese- und Nichtleseratten!

Wertung:
Story: 4,5/5
Charaktere: 4,5/5
Sprache/Schreibstil: 4,5/5
Emotional: 5/5
Endwertung: 4,625

 Altersempfehlung: 17+



by Lenchen

Donnerstag, 23. Februar 2012

Angelfall [Rezension]

Angelfall

von Susan Ee

Originaltitel: Angelfall
Sprache: Englisch
Verlag: Feral Dream

Seitenzahl: 241
Preis als Hardcover: -/-
Preis als Taschenbuch: -/-
Preis als Kindle Edition: 0,89 €

Klappentext

It's been six weeks since angels of the apocalypse descended to demolish the modern world. Street gangs rule the day while fear and superstition rule the night. When warrior angels fly away with a helpless little girl, her seventeen-year-old sister Penryn will do anything to get her back.

Anything, including making a deal with an enemy angel.

Raffe is a warrior who lies broken and wingless on the street. After eons of fighting his own battles, he finds himself being rescued from a desperate situation by a half-starved teenage girl.

Traveling through a dark and twisted Northern California, they have only each other to rely on for survival. Together, they journey toward the angels' stronghold in San Francisco where she'll risk everything to rescue her sister and he'll put himself at the mercy of his greatest enemies for the chance to be made whole again.


Rezension

Ich. Bin. Begeistert.
Ja, ich glaube, das beschreibt es ziemlich genau ;D
Das Buch ist einfach sowas von toll! :D

Ich hatte wirklich lange kein Buch mehr, dass mich derart mitgerissen hat.
Die Story, die dahintersteckt ist intelligent, ehrlich und realistisch (wenn man das Konzept von Engeln an sich heranlässt).
Man kann wunderbar in die apokalyptische Welt eintauchen, die einem zu Anfangs, etwas an 'The Road' erinnert.

Obwohl es um Engel geht, ist die Story nichts für sanfte Gemüter oder gar für Kinder. Es ist blutig und brutal, aber genau das macht irgendwie den Reiz aus.
Es gibt hier keine Verhätschelungen oder langes Gerede um den heißen Brei herum.

Susan Ee schafft es vor allem am Ende, den Leser förmlich zu fesseln. Ich konnte das Buch in dieser Phase nicht aus der Hand legen ;)

Das Buch ist nicht gerade lang (241 Seiten auf meinem eBook-Reader), plottechnisch geht alles glatt ineinander über und schwupps: ist man auf der letzten Seite. Ich konnte es schlussendlich kaum glauben, als mir mein Reader mitteilte: Sie sind auf der letzten Seite angelangt! Was??? Und eine Fortsetzung ist auch noch nicht draußen? Wie soll ich das überleben? Zum Glück soll eine Fortsetzung noch dieses Jahr herauskommen ... ;)

Auch die Charaktere waren einfach klasse. Penryn war als Protagonistin gut, auch wenn sie mich jetzt nicht vom Hocker gehauen hat. Ihre Handlungen und Gefühle waren nachvollziehbar, sie war in keinster Weise naiv und auch sonst, repräsentiert sie eine starke Persönlichkeit.
Raffe als männlicher Gegenpart steht ihr ebenfalls in keinster Weise nach, auch wenn er mir stellenweise etwas zu stereotypisch war, vor allem zur Mitte des Buches.
Die Nebencharaktere haben großes Potential, auch wenn man selten etwas von ihnen sieht. Die Geschichte mit Penryn Mutter und ihrem 'Dämon' fand ich etwas zu weit hergeholt und passte stellenweise einfach nicht herein. So jedenfalls meine Meinung. Es ist allerdings irgendwie klar, dass gerade diese Nebenhandlung wohl in den Folgebänden aufgegriffen werden könnte.

Das Englisch in Angelfall ist gut verständlich und einfach, jedenfalls in meinen Augen und ich bin bei weitem kein Profi, was englischsprachige Lektüre angeht ;)
Ich, für meinen Teil, bin gut mit der Sprache und dem Schreibstil zurechtgekommen.

Allerdings würde ich es, wie oben schon genannt, auf keinen Fall Kindern in die Hand drücken. Unter sechszehn Jahren ist es (für mich) auf keinen Fall zu empfehlen.

Susan Ee hat mit ihrem Debüt wirklich einen kleinen Schatz in die Lektürenwelt gesetzt. Ich habe es genossen, dieses Buch zu lesen und kann jedem nur das selbe empfehlen. Bei Amazon gibt es dieses Buch für den günstigen Preis von 0,89€, als eBook zu erwerben. Für alle, die keinen Reader besitzen: Man kann sich eine App für den PC herunterladen (kostenlos), mit der man die eBooks dann auf dem Computerbildschirm lesen kann.
In meinen Augen ist es nur eine Frage der Zeit, bis dieses Buch im Paperback-Format erhältlich sein wird.

Angelfall ist ein toller, Dark-Fantasy Roman, mit nicht stereotypischen Engelsgestalten und einer grausam - blutigen Welt, die sowohl ehrlich, als auch intelligent ist. Eine klare Empfehlung!

Wertung:

Story: 4,5/5
Charaktere: 4/5
Sprache/Schreibstil: 4,5/5
Emotional: 4,25/5
Endwertung: 4,3125
Altersempfehlung: 16+



by Lenchen

Samstag, 31. Dezember 2011

Totentöchter - Die dritte Generation [Rezension]

Totentöchter
Die dritte Generation

von Lauren DeStefano
Originaltitel: Chemical Garden Trilogy - Wither
Verlag: cbt
Seitenzahl: 400
Preis als Hardcover: 16,99 €
Preis als Taschenbuch: -/-
Preis als Kindle Edition: -/-


Klappentexte

Sie sind jung.
Sie sind schön.
Sie werden sterben.
Rhine ist sechzehn Jahre alt - und wird in vier Jahren sterben. Ein Genexperiment hatte katastrophale Folgen für die Menschheit: Männer leben nur bis zum fünfundzwanzigsten, Frauen nur bis zum zwanzigsten Lebensjahr. In dieser Welt ist nicht ungewöhnlich, was Rhine passiert: Sie wird entführt und auf das Anwesen des reichen jungen Linden gebracht, damit sie seine Ehefrau wird. Der Luxus der neuen Umgebung ist überwältigend und Linden ist freundlich. Doch Rhine will nur eines: Ihre Freiheit, bevor es zu spät ist. Da findet sie einen Verbündeten im attraktiven Gabriel ...

Die 16-jährige Rhine lebt in ihrer eigenen Welt, die nahe am Abgrund steht. Aufgrund eines missratenen Genexperiments leben Männer nur bis zum fünfundzwanzigsten, Frauen nur bis zum zwanzigsten Lebensjahr, bevor ein tödliches Virus zuschlägt. Täglich kidnappen "Sammler" junge Mädchen und verkaufen sie an reiche junge Männer, damit diese möglichst schnell Nachkommen zeugen. Auch Rhine wird entführt und mit dem jungen Linden in eine polygame Ehe gezwungen. Rhine präsentiert sich eine glitzernde Welt voller Luxus und Reichtum - eine Welt ohne Freiheit. Um ihre Flucht in die Tat umzusetzen, beschließt Rhine, sich nach außen hin zu fügen und Lindens Vertrauen zu erlangen. Doch Rhines wahrer Gegner ist Lindens Vater Vaughn: ein exzentrischer Arzt, besessen von seiner Suche nach einem Gegenmittel für das tödliche Virus. Zögernd vertraut sich Rhine schließlich dem Diener Gabriel an, der für sie bald mehr wird als nur ein Verbündeter ...

Rezension

Lauren DeStefano hat eine Welt geschaffen, die zwar schockierend, aber aus meiner Sicht nicht haltbar ist. Das, was ich erfahren haben, trug kaum zu einem besseren Gesamtbild bei. Sicherlich, die Idee, die dahinter steckt hat durchaus ihren Charme, allerdings gebe ich mich nicht damit zufrieden, nur immer kleine Bruchstücke zu erfahren. Auch wenn es blöd klingt, ich brauche mehr Fakten!
Ich meine, die Welt stirbt aus und man hat nichts besseres zu tun, als Partys zu feiern?
Auch die ganze Sache mit dem Kinderbekommen kam sehr zwanghaft rüber, zumindest für mich. Die älteste Generation wurde im Reagenzglas gezüchtet, warum tun sie das nicht wieder? Warum sollen die jungen Mädchen so viele Kinder wie möglich bekommen? Damit man an ihnen herumexperimentieren kann? Was soll das bringen? Was erhoffen sich die Wissenschaftler davon?
Ich habe noch so viele Fragen und auch wenn es der Auftakt einer Trilogie ist, sind doch zu viele davon zurückgeblieben.
Lauren DeStefano hat zweifellos gute Ideen, aber ich muss zugeben, dass die Situation von Rhine wenig Platz für Infos lässt, das finde ich sehr schade und mir hat irgendwie ein zweiter Handlungstrang gefehlt, der die Welt noch von einem anderen Blickwinkel aus betrachtet.

Damit wären wir bei Rhine. Rhine ist ein Mädchen, dass man recht schnell ins Herz schließt. Sie hat die richtige Mischung aus Fügsamkeit und Widerstand, dessen Grenzen im Laufe der Geschichte verschwimmen. Diese Wandlung ist sehr nachvollziehbar gehalten und ich fand Rhine in keinem Zeitpunkt der Geschichte unsympathisch. Sie ist mir ans Herz gewachsen.
Neben Rhine haben mir noch Jenna und Cecily sehr gefallen. Lauren DeStefano hat drei vollkommen unterschiedliche Persönlichkeiten geschaffen und ihnen wahrlich leben eingehaucht. Vor allem gegen Ende hin war die Beziehung unter ihnen sehr emotional und bewegend.
Was das restliche Aufgebot an Nebencharakteren angeht, war ich nicht sonderlich beeindruckt. Linden ist der naive Trottel, der er nunmal ist und ich konnte ihn bis zum Schluss nicht leiden. Hausprinzipal Vaughn ist der böse, böse Doktor Mengele der Zukunft, über dessen Hintergründe man eigentlich nichts erfährt, außer dass er vollkommen besessen von der Suche nach einem Heilmittel für das Virus ist.
Gabriel war für mich nicht mehr als eine leicht durchsichtige Randfigur. Ich hätte mir viel mehr von ihm erhofft, da er durchaus das Potential dafür hat.
Hier habe ich mir an manchen Stellen gewünscht, dass auch mal aus seiner Perspektive geschrieben wurde.
Lauren DeStefano schafft starke Hauptcharaktere, in dessen Gegenwart die Nebencharaktere stark verblasst wirken.

Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass Rhine eine sehr starke Protagonistin ist, die es schafft, einen Draht zum Leser zu spannen. Das klingt bestimmt total dämlich, aber ich habe es so empfunden. Ich denke Rhine ist eine Person, mit der sich viele Mädchen identifizieren können.
Lauren DeStefano weiß, wie viel sie dem Leser in Sachen "emotionaler Zwiespalt" zumuten kann, ohne dass es einem zum Hals hinaushängt.
Mir persönlich hatten die Monologe von Rhine sehr gut gefallen, denn sie hatten immer so eine melancholische Note im Hintergrund.
Da als Hauptschauplatz nunmal die Villa von Linden und Vaughn herhalten muss, ist die Handlung stellenweise sehr träge, zu Beginn schon fast langweilig. Das Buch hat im eigentlichen Sinne keine echten Höhe- oder Wendepunkte, dennoch schafft es das Buch, einen bis zum Ende hin dabeizuhalten. Das letzte Drittel ist mit Abstand das beste, denn dort bündeln sich die Energien, die im Laufe des Buches aufgebaut wurden.
Dennoch endet das Buch vollkommen zwischenfallslos und alltäglich, was mich etwas enttäuscht hat. Ich hätte mir da vielleicht doch einen großen Schlussknall gewünscht.

Über Lauren DeStefanos Schreibstil gibt es auch nichts zu meckern. Es ist nicht immer leicht, etwas über den Schreibstil zu sagen, wenn er solide und gut ist. In diesem Fall ist er das. Die Autorin schafft es, uns in eine maskenhafte Welt des Luxus zu entführen, die von einer starken Rhine dominiert wurde.

"Totentöchter" ist ein ausgesprochen gutes Buch, dass es schafft, den Leser emotional zu berühren. Dennoch hat das Buch ein paar Schwachstellen, wie die unzureichend ausgearbeitete Story, die vernachlässigten Nebencharaktere oder auch die stellenweise auftauchenden Länge in Anfang und Mitte.

Ich persönlich setze alle meine Hoffnungen auf den Folgeband, der vorraussichtlich im Februar 2012 auf Englisch erscheint.

Wertung:
Story: 3/5
Charaktere: 3,5/5
Sprache/Schreibstil: 4/5
Emotional: 4/5
Endwertung: 3,625

Altersempfehlung: 13+


by Lenchen

Montag, 26. Dezember 2011

Die Auswahl - Cassia & Ky [Rezension]

Die Auswahl
Cassia & Ky

von Ally Condie

Originaltitel: Matched
Seitenzahl: 452
Preis als Hardcover: 16,95 €
Preis als Taschenbuch: -/-
Preis als Kindle Edition: 14,99 €

Klappentext

Das System sagt, wen du lieben sollst - Aber was sagt dein Herz?
Stell dir vor, du lebst in einer Welt, die ein absolut sicheres Leben garantiert. Doch dafür musst du dich den Gesetzen des Systems beugen: den Menschen lieben, der für dich ausgewählt wird.
Was würdest du tun?
Für die wahre Liebe dein Leben riskieren?

Für die 17-jährige Cassia ist es der wichtigste Tag ihres Lebens: Heute erfährt sie, wen sie mit 21 heiraten wird - wen das System für sie ausgewählt hat. Es könnte jeder Junge aus Bria sein, doch zur großen Überraschung aller wird ihr bester Freund Xander als ihr Partner bekanntgegeben.

Als Cassia sich später auf dem feierlich überreichten Mikrochip Informationen über Xander ansehen will, passiert etwas schier Unmögliches: Es erscheint das Gesicht eines anderen Jungen - das von Ky. Cassia ist schockiert und verängstigt. Das System macht keine Fehler! Und tatsächlich wird ihr von offizieller Seite versichert, dass es sich um ein einmahliges Versehen handelt. Aber Cassia geht Kys Anblick nicht mehr aus dem Kopf. Gibt es doch die Möglichkeit zu wählen?

Rezension


Die Auswahl. Noch nicht einmal in Deutschland erschienen und schon gehypt. Ich bin kein Fan von dieser Art der Werbung, doch "die Auswahl" ist es wert. Obwohl ich ja immer noch der Meinung bin, man sollte ein Buch für sich selbst sprechen lassen und nicht mit vorangangene Bestseller bewerben sollte.

Ally Condie versteht es, uns mit einem einfachen und eindringlichen Schreibstil zu fesseln. Kein Satz erscheint einem Überflüssig, jeder trägt dazu bei, uns die Welt, in der Cassia lebt, näher zu bringen.

Anfangs war ich wenig begeistert von Cassias Weise, uns ihre Welt zu schildern: Das System ist gut. Das System macht keine Fehler. Mein Leben ist perfekt. Doch nach und nach beginnt Cassia zu zweifeln und sich in Form von kleineren Gesten zu widersetzen. Es zeigt einem, dass man sich nicht immer mit Knüppel und Faust auflehnen kann, sondern auch mit geflüsterten Worten, verbrannten Gedichten oder einfach mit dem eigenen Willen. Diese Idee wurde wunderbar umgesetzt.
Vor allem war es hier einmal der Fall, bei dem man sieht, dass niemand mit dem System zufrieden ist. Fast jeder hat in seinem Leben einmal einen "Akt des Widerstandes" geleistet und sei er noch so klein gewesen. Die Zerbrechlichkeit von Cassias Welt war förmlich greifbar und am liebsten hätte man selbst in die Geschichte eingegriffen.

Allerdings fehlt mir, wie in vielen Dystopien dieser Art, wieder die Vorgeschichte. Wie ist es zu einer solchen Gesellschaft gekommen und warum? Ich hoffe, dass das in den Nachfolgebänden näher erläutert wird.

Auch das Ende war mir etwas zu lasch. Diese ganze "Intrige" um Cassia und Ky erscheint mir doch etwas gezwungen und unrealistisch. Ich will nicht zu viel verraten, aber diejenigen, die das Buch schon kennen, wissen hoffentlich, was ich meine ;)

Die Charaktere waren durch die Bank super, egal ob Cassias bester Freund Xander, ihre beste Freundin Em, ihr kleiner Bruder Bram, ihre Eltern oder Ky. Alle samt waren glaubwürdig und einzigartig. Dennoch hat mir Ky am besten gefallen, da er von allem am tiefgründigsten war und mich einfach fasziniert hat.
Zum Anfang hin musste ich mich etwas durchbeißen, da ich mit Cassias Art, ihr Welt zu schildern, nicht zufrieden war. Ich liebe rebellische Akte und Cassia hatte davon anfangs zu wenig ;) Das Buch ist aber ab der Mitte durchgehend fesselnd, auch wenn die erhofften Höhepunkte ausbleiben.

Durch die poetischen Einschübe in Form von Gedichten wird die Geschichte emotional sehr greifbar und berührend. Man merkt, dass diese Sätze das Leben von Cassia grundlegend verändern.

Dennoch muss ich am Ende anmerken, dass ich oftmals ein Déjà-vu-Gefühl hatte. Ich manchen Dingen erinnert mich "Die Auswahl" an den Film "Equilibrium". Vor allem die Sache mit den Tabletten, Funktionären und des "Kunstverbotes" kam mir sehr bekannt vor ... Obwohl die Beiden doch sehr unterschiedlich sind, haben sie eine essentielle Gemeinsamkeit: Die Kontrolle durch das System und deren Maske. Im Film waren die Tabletten dazu da, die Emotionen der Menschen zu unterdrücken und sie unter Kontrolle zu halten. In "Die Auswahl" waren die Tabletten ebenfalls dazu da, die Kontrolle durch das System zu gewährleisten. Im Buch heißen die Aufsichtspersonen "Funktionäre", im Film heißen sie "Kleriker". Auch die ganze Situation mit der Vernichtung von Büchern, Gedichten und Gemälden hatten Film und Buch gemeinsam.
Alles in Allem kann man hier jedoch nicht von kopieren oder abschreiben sprechen. Buch und Film haben eben Parallelen, die mir persönlich aufgefallen sind ;)
An dieser Stelle kann ich nur den Film empfehlen, der ist klasse :D

"Die Auswahl" ist ein emotional ansprechendes Buch, mit tiefgründigen Charakteren, das von seiner Botschaft an den Leser lebt. Ally Condie versteht es, den Leser dort hin zu führen, wo sie ihn haben will ;)

Wertung:
Story: 4/5
Charaktere: 4,5/5
Sprache/Schreibstil: 4,5/5
Emotional: 4/5
Endwertung: 4,25
Altersempfehlung: 12+



By Lenchen

Freitag, 23. Dezember 2011

The Sign - Nur zu deiner Sicherheit [Rezension]

The Sign
Nur zu deiner Sicherheit

von Julia Karr

Originaltitel: XVI 
Seitenzahl: 475
Preis als Hardcover: -/-
Preis als Taschenbuch: 8,99 €
Preis als Kindle Edition: 7,99 €

Klappentext

Nichts fürchtet die in einer nahen Zukunft lebende Nina so sehr wie ihren sechzehnten Geburtstag. Obwohl die meisten Mädchen dieses Datum kaum erwarten können: Sie bekommen ein Tattoo, The Sign, und dürfen sich nun offiziell mit Jungs einlassen. Doch Nina ahnt, dass mehr hinter diesem Tattoo steckt. Als kurz darauf ihre Mutter bei einem brutalen Anschlag ums Lebens kommt, erfährt Nina: Ihre Mutter gehörte zum Widerstand - und ihr tot geglaubter Vater ist am Leben, irgendwo im Untergrund. Sie setzt alles daran, ihn zu finden - und gleichzeitig sich und ihre Halbschwester vor dem Zugriff des Regimes zu schützen. Da verliebt sie sich in Sal, einem Widerstandskämpfer. Doch kann sie ihm trauen?

Rezension

Ja, The Sign ist ein Buch, an dem sich gewiss die Geister scheiden. Manche finden es oberste Spitzenklasse, andere sind nicht so begeistert. Ich ordne mich in letztere Reihe ein.

The Sign ist gewiss kein schlechtes Buch, ganz im Gegenteil. Es hat mir sehr gut gefallen, auch wenn einige Schwächen erkennbar sind.

Die Idee dieses Sex-Medien-Regimes ist nur bedingt nachvollziehbar. Die Seite mit der mediengesteuerten Gesellschaft trifft heute absolut zu und wurde gut in Szene gesetzt. Die ganze Sache mit diesem XVI-Tattoo allerdings weniger. Es ist für mich nicht nachvollziehbar, wie man auf eine solche Idee kommt. Warum? Was hätte die Regierung und die Gesellschaft von einem solchen Gesetzt? Überhaupt nichts! Mir scheint es, als wurde diese XVI-Geschichte nur eingebaut, um einen sexuellen Konflikt in die Geschichte einzubauen, mit der sich manche Mädchen eben identifizieren können. Auch diese ganzen technischen Spielereien und "Gruppierungen", wie das WeLS, wurden nicht näher erklärt. Ich meine, was heißt WeLS eigentlich? Das erfährt man nicht.

Die Grundidee, die hinter der ganzen Hintergrundstory steckt, ist nicht schlecht, wurde aber leider wiederrum mehr schlecht als recht ausgebaut.

Auch die Charaktere konnten mich nicht so recht vom Hocker reißen. Nina hat mir recht gut gefallen, da sie von Anfang an am Regime und der ganzen Mediengesellschaft zweifelt und sie zunehmend kritisiert. Auch die ganzen Nebencharaktere waren recht nett ausgearbeitet, allerdings fehlt es so gut wie jedem Charakter an einer essentiellen Eigenschaft: Emotion. Das liegt zum Teil auch am Schreibstil. Emotionale Szenen, wie der grausame Mord an ihrer Mutter wurden in einem kurzen Absatz erwähnt und nicht näher ausgeführt. Nina versucht stark zu bleiben, was durchaus nachvollziehbar gewesen wäre, wenn es besser umschrieben wäre. Gerade an diesem Szenen merkt man, dass die Autorin wohl Schwierigkeiten gehabt hat, die Stimmung richtig einzufangen. Das fande ich sehr schade. Auch die Liebesgeschichte mit Sal war ganz nett, auch wenn es mir hier wieder an emotionalen Tiefgang fehlte.

Der Schreibstil ist durchweg gut und baut kontinuierlich Spannung auf. Jedoch hapert es sehr bei emotional geladenen Szenen, die damit nur eine maskenhafte Aura verliehen bekommen.

Man fühlt nicht wirklich mit den Personen mit, was gerade bei so einer Story schade ist. Man kann sich nicht mit den Charakteren identifizieren.

Allerdings versteht es die Autorin, wie man Spannung aufbaut. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand lesen und hatte es innerhalb von zwei Tagen durchgelesen. Obwohl nicht unbedingt richtige "Knüller" passieren, will man immer wissen, wie es weitergeht.

Dem Buch fehlt es an Herz und Seele. Wären diese beiden Aspekte dabei gewesen, wäre es sicherlich ein Highlight geworden, so allerdings ...

Natürlich bleibt noch Hoffnung: Nächstes Jahr kommt der zweite Band heraus.Wollen wir hoffen, dass sich dort die Story etwas vertieft. Das die Charaktere Tiefgang bekommen, bezweifle ich ...

Das Cover finde ich im Deutschen sehr unpassend. Ich weiß gar nicht, was für einen Storybezug es hat: Vermutlich gar keinen ...

The Sign ist eine durchschnittliche Dystopie, die zwar Spannend ist, aber an emotionalen Momenten mehr oder minder scheitert.

Wertung:
Story: 3/5
Charaktere: 3/5
Sprache/Schreibstil: 4/5
Emotional: 2/5
Endwertung: 3/5
Altersempfehlung: 12+



by Lenchen

Dienstag, 6. Dezember 2011

ZweiundDieselbe [Rezension]

ZweiundDieselbe
"Wie viel von mir bin ich?"

von Mary E. Pearson

Seitenzahl: 333
Preis als Hardcover: 14,95 €
Preis als Taschenbuch: 7,99 € (Broschiert)

 
Klappentexte


Ich bin alles, was möglich ist.
Als Jenna Fox nach über einem Jahr aus dem Koma erwacht, weiß sie nicht, wer sie ist. Warum meldet sich kein einziger Freund bei ihr? Warum verhalten sich ihre Eltern so sonderbar? Was ist eigentlich passiert?

Körperlich unversehrt, aber ohne Erinnerung erwacht Jenna aus dem Koma. Verzweifelt versucht sie herauszufinden, wer sie einmal war. Denn der Mensch, als den ihre Eltern sie beschreiben, bleibt ihr fremd. Die Wahrheit, der sie schließlich Stück für Stück auf die Spur kommt, ist ungeheuerlich: Jenna hatte einen furchtbaren Unfall - und ihre Eltern haben alles medizinisch Mögliche getan, um sie am Leben zu erhalten. Doch was von ihr übrig war, waren nicht mehr als zehn Prozent ihres Gehirns. Wie viel Persönlichkeit steckt in diesen zehn Prozent? Wie viel davon ist Jenna?

Rezension

Ich. Bin. Begeistert. Das einzige, was ich über dieses Buch sagen kann ist: WOW! Und das seht nicht für World of Warcraft, sondern ist einfach ein euphorischer Ausruf, den ich nach Beendigung dieses Buches ausgestoßen habe. Das Buch ist einfach der Wahnsinn. Anfänglich war ich weniger begeistert, da es mir eine Spur zu "traurig" und "melancholisch" erschient, aber das änderte sich drastisch.

Ich bin einfach nur geplättet, da ich es geschafft habe, dieses Buch binnen eines Tages durchzulesen. Der Schreibstil ist so angenehm und die Seiten fliegen dank den sehr kurzen Kapiteln einfach nur so dahin. Besonders begeistert bin ich von dem Inneren Monolog, der zu großen Teilen vorherrscht. Die Autorin schafft es immer Jennas Stimmung perfekt einzufangen. Auch die kurzen Passagen, wo Jenna Wörter im Wörterbuch nachschlägt, um diese auf ihr Leben zu übertragen, sind einfach nur fantastisch. Pearson benutzt kurze Sätze, die sich im Gedächtnis einprägen.

Jenna ist als Hauptperson, in diesem Fall, einfach nur perfekt. Sie verkörpert für mich, vom Charakter her, das "typische Durchschnittsmädchen": Unabhängig, etwas verwöhnt, kratzbürstig und rebellisch. Ich konnte mich einfach nur super in sie hineinversetzen. Ein kleiner Mangelpunkt sind die Nebencharaktere und die Liebesgeschichte. Manche Nebencharaktere wirken etwas austauschbar und hinterlassen nicht unbedingt etwas bei mir. Da hätte man vielleicht noch etwas mehr dran drehen können. Auch die Romanze mit Ethan wirkt auf mich etwas oberflächlich.

Der Hintergrund der Story wird, so vermute ich, in ein paar Jahrzehnten, an der Tagesordnung gehen. Das Buch sprüht noch so vor ethischen und phylosophischen Aussagen. Wie weit darf die Wissenschaft gehen? Darf ein Mensch Gott spielen? Wie weit dürfen Eltern für ihr Kinder gehen? Alle diese Aussagen und noch viele mehr kommen in diesem Buch zum Tragen.

Die Autorin schafft es, die Spannung im Unterbewusstsein zu erzeugen. Das klingt jetzt vielleicht etwas komisch, aber so war es bei mir. Man hält das Buch nicht zitternd in den Händen, weil man es nicht erwarten kann, wie es weitergeht. Dennoch enthält jede Seite die Motivation, die nächste aufzuschlagen. Die Story ist allgemein doch recht vorhersehbar, dennoch schafft die Autorin es, mit einigen Wendepunkten den Leser zu überraschen. Das Buch hält durchgehend die Spannung, da man es geschafft hat, einige Punkte vor dem Leser geheimzuhalten, die diesem im ersten Moment auch nicht auffallen. Das hat mich sehr beeindruckt und auch gefesselt.

Ich kann absolut nachvollziehen, warum dieses Buch für den Jugendliteraturpreis 2010 nominiert worden ist. Das Buch ist ehrlich, realistisch und regt den Leser ernsthaft zum Nachdenken an. Das Buch versucht so viele unterschwellige Botschaften zu übermitteln, die man gar nicht alle auf einmal verarbeiten kann.

Hier möchte ich auch noch einmal anmerken, dass ich das deutsche Cover einfach nur genial finde. Es gehört jedenfalls auf meine Liste, für die schönsten Buchcover. Auch der Titel passt einfach zum Buch. Der Schmetterling auf der Hand erinnert mich irgendwie ein bisschen an das Cover für "Das Schweigen der Lämmer" ...

Ich persönlich bin von dem Buch begeistert und kann es nur jedem weiterempfehlen. ZweiundDieselbe ist meine absolute Buchempfehlung für den Monat November :D Das perfekte Lesevergnügen an kalten Vorwintertagen.

Wertung:
Story: 4,5/5
Charaktere: 4/5
Sprache/Schreibstil: 5/5
Emotional: 4,5/5
Endwertung: 4,5
Altersempfehlung: 13+



by Lenchen

Mittwoch, 9. November 2011

Delirum [Rezension]

Delirium
von Lauren Oliver
Seitenzahl: 409
Preis als Hardcover: 18,90 €
Preis als Taschenbuch: -/-
Preis als Kindle Editon: 12,99 €

Klappentexte
Sie können Mauern bis zum Himmel bauen, und ich werde doch darüber hinwegfliegen. Sie können mich mit hunderttausend Armen festhalten, und ich werde mich doch wehren. Und es gibt viele von uns da draußen, mehr als ihr denkt. Menschen, die in einer Welt ohne Mauern leben und lieben. Menschen, die gegen Gleichgültigkeit und Zurückweisung anlieben, aller Vernunft zum Trotz und ohne Angst.

Früher, in den dunklen Zeiten, wussten die Leute nicht, dass die Liebe tödlich ist. Sie strebten sogar danach, sich zu verlieben. Heute und in Lenas Welt ist Amor deliria nervosa als schlimme Krankheit erkannt worden. Doch die Wissenschaftler haben ein Mittel dagegen gefunden. Auch Lena steht dieser kleine Eingriff bevor, kurz vor ihrem 18. Geburtstag. Danach wird sie geheilt sein. Sie wird sich nicht verlieben. Niemals. Aber dann lernt sie Alex kennen. Und kann einfach nicht mehr glauben, dass das, was sie in seiner Anwesenheit spürt, schlecht sein soll.

Rezension

Eine Welt, in der die Liebe als Krankheit gilt. Eine Welt, in der Liebe verboten ist. Eine Welt, in der die Liebe, mit dem Tod bestraft wird ...


Das Setting hört sich grausam an? Ist es auch.

Leider kommt es für mich viel zu kurz. An jedem Kapitelbeginn befinden sich kleine Texte, Lieder und Gedichte, aus der Welt von Lena, der Protagonistin von Delirium, welche den Hintergrund der Geschichte festigen wollen. Das schaffen sie zweifellos auch, aber mir fehlt etwas: Die Vorgeschichte.
Wie konnte sich die Idee von "Liebe ist eine Krankheit!" im freien Amerika durchsetzen?

Ich weiß, das Buch legt sein Hauptaugenmerk auf andere Dinge, dennoch ist das ganze nicht völlig nachvollziehbar. Welcher schlaue Professor ist auf die Idee gekommen, einen "Eingriff" gegen die Liebe durchzuführen, und vor allem: Wie kann eine ganzes Land davon überzeugt werden? In meinen Augen ist das Setting nur bedingt logisch nachvollziehbar, aber dennoch sehr sehr reizvoll und von Lauren Oliver sorgfältig ausgearbeitet.

Wie schon oben erwähnt, steht Lena im Vordergrund der Geschichte, die aus ihrer alleinigen Sicht erzählt wird. Wie man es schon von anderen Hauptpersonen aus anderen Büchern kennt, ist Lena anfangs rundum zufrieden mit der Welt um sie herum und sieht keinen Grund, an ihr zu zweifeln. Bis Alex, ein Widerständler, oder wie es Lenas Gesellschaft ausdrückt: ein Invalide, auftaucht und sie verzaubert. Von da an beginnt Lena, sich die wichtigen Fragen zu stellen, die ihre "heile Welt" in sich zusammenbrechen lassen. Lena beginnt, ihre Welt von einem anderen Blickwinkel aus zu sehen und über sich selbst zu entscheiden.

Das ist Lauren Oliver sehr gut gelungen. Lenas Handlungen sind so gut wie immer nachvollziehbar und entsprechen auch den gegebenen Umständen.

Man bekommt einen tiefgründigen Einblick in Lenas Leben, was in meinen Augen, in vielen Büchern vernachlässigt wird. Alex ist ebenfalls gut gelungen und glaubwürdig, wenn auch nicht so stark ausgearbeitet, wie Lena. Die dritte im Bunde ist Lenas beste Freundin Hana. Ich persönlich habe mir zu Beginn wohl etwas zu viel von ihr erhofft, da sie anfangs ihre Rolle als rebellische Freundin nahezu perfekt verkörpert. Zum Ende hin ging da etwas die Luft auf aus, und das fande ich ziemlich schade, da Hana mir anfangs sehr ans Herz gewachsen ist.

Zum Schreibstil kann man eigentlich nicht viel sagen: einfach fantastisch. Das Buch hat sein eigenes Tempo gefunden und hält dies auch bis kurz vor dem Ende durch, das mir dann doch etwas zu schnell kam.

An die Leute, die das Ende gerne zuerst lesen, kann ich nur appellieren: TUT DAS NICHT! Es würde euch alles verderben!


Zum Schluss kann ich noch zum deutschen Cover sagen, dass es mir persönlich besser gefällt, als das Englische. Lena habe ich mir auch immer so vorgestellt, wie das Mädchen, das auf das Cover gedruckt worden ist.

Delirium ist ein wirklich angenehmer Lesespaß, mit anfänglichen Längen und einem super Schreibstil. Action kann und darf man hier nicht erwarten. Es ist durch und durch eine Romanze, vor einem dystopischen Hintergrund.

Für mich persönlich war die Hintergrundstory etwas zu lasch begründet worden, aber das kann sich in den beiden Folgebänden ja noch ändern.

Ich kann die Fortsetzung kaum erwarten und vermute, dass dort das Hauptaugenmerk auf andere Dinge gelegt wird ... Mehr möchte ich allerdings nicht verraten ;)


Wertung:
Story: 3,5/5
Charaktere: 4/5
Sprache/Schreibstil: 5/5
Emotional: 4/5
Endwertung: 4,125
Altersempfehlung: 12+


by Lenchen