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Mittwoch, 2. Mai 2012

Robocalypse [Rezension]

Robocalypse

von Daniel H. Wilson

Deutscher Titel: Robocalypse
Originaltitel: Robocalypse
Verlag: Droemer
Seitenzahl: 464
Preis als Taschenbuch: 16,99€ [DA], 10,99€/11,95€ [EA]
Preis als Hardcover: -/- [DA], 25,99€ [EA]
Preis als Kindle Edition: 14,99€ [DA], -/- [EA]

Leseprobe: Robocalypse
DA = Deutsche Ausgabe, EA = Englische Ausgabe
 
Über den Autor

Daniel H. Wilson wurde 1978 in Oklahoma geboren - oder vielleicht doch von Robotern unter die Menschen geschmuggelt? Schon als Kind versuchte er, seinen Computer zum Sprechen zu bringen, und verliebte sich in das Androidenmädchen aus einer Fernsehserie. Nach der Highschool studierte Daniel H. Wilson zunächst Informatik, bevor er seinen Doktortitel für Robotik erwarb. Er lebt heute in Oregon.

Beschreibung

Mobiltelefone, Verkehrsampeln, Navigationsysteme - was geschieht, wenn sich diese stummen Diener mit tödlicher Präzision gegen uns wenden?

Der Wissenschaftler Professor Wasserman experimentiert mit einer überlegenen künstlichen Intelligenz - bis zu dem Tag, an dem sie sich nicht mehr löschen lassen will: ARCHOS entkommt aus dem Labor und übernimmt die Kontrolle über sämtliche Maschinen auf der Welt.
Zunächst gibt es nur wenige Anzeichen dafür, in welcher Gefahr die ahnungslose Menschheit schwebt, doch schon nach kurzer Zeit regieren Chaos und Vernichtung. Und doch gibt es Hoffnung, denn selbst der überlegenste Computer kann nicht berechnen, zu was Menschen fähig sind, wenn sie mit dem Rücken zu Wand stehen: Sie formen neue Allianzen. Sie wachsen über ihre Grenzen hinaus. Sie formieren sich zum Gegenschlag. Zu ihnen gehören ein Hacker aus London, eine mutige Mutter aus Amerika, ein Soldat in Afghanistan und ein alter Japaner, dessen stille Trauer um seine Frau ungeahnte Folgen hat ...

Rezension


Wenn man dieses Buch beginnt, dürfte man zuerst über die seltsame Erzählweise von Daniel H. Wilson stolpern.
Die Geschichte ist aus vielen augenzeugenähnlichen Berichten aufgebaut worden, wobei jeder "Bericht" sowohl am Anfang, als auch am Ende mit einem Kommentar von Cormac Wallace, dem Hauptprotagonisten, versehen wurde, denn die Geschichte hat sich zu Beginn schon längst abgespielt. Das Buch beginnt also mit dem Ende.
Normalerweise liegen mir diese "Augenzeugenberichte", die ähnlich wie Kurzgeschichten aufgebaut sind, weniger, aber hier muss ich sagen, haben sie mir ausgesprochen gut gefallen.
Jeder Kapitel, also jeder Bericht, ist wichtig und jeder einzelne Charakter trägt seinen Teil zum großen Ganzen bei.

Die Story ist recht einfach erklärt und es werden dem Leser keine unnützen Fach- und Spezialbegriffe um die Ohren gehauen.
Die KI Archos übernimmt zum Zeitpunkt der "Stunde Null" die Kontrolle über alle Maschinen auf der Welt. Dabei ist es egal, ob es sich um einen hochentwickelten humanoiden Kampfroboter handelt, oder um Daddys heißgeliebten Sportwagen.
Fast alles macht Jagd auf die Menschen und vertreibt sie aus dem Städten.
Die Menschen rotten sich auf der ganzen Welt zusammen und gründen Widerstandsnester, die alle nur ein Ziel haben: Archos zu vernichten.
Gerade zu Beginn in das Buch unglaublich fesselnd und beklemmend. Beispiel: Eine ältere Frau wird vom Sicherheitssystem ihres Wohnhauses in den Aufzug gelockt, der sie daraufhin nach unten, in den Tod zieht. Es ist fast schon gruselig, die mordenden Maschinen bei ihren Taten zu verfolgen.
Die Kapitel sind kurz, knackig, werfen allerdings, je nach Charakter, mit so manchen unnötigen Details um sich. Der Schreibstil ist kurz gesagt: auf den Punkt gebracht.

Die Story wurde gut und einfach ausgearbeitet, man merkt, dass der Autor sich stark mit der Thematik befasst hat. Man muss also kein Hardcore-Science-Fiction-Fan sein, um dieses Buch genießen zu können.
Besonders schön fande ich, dass einmal gezeigt wurde, dass die Menschheit durchaus auch einmal in der Lage ist, sich zusammenzuraufen und als Team gegen einen gemeinsamen Feind vorzugehen, und das sogar auf der ganzen Welt, unabhängig von Rasse, Geschlecht, oder Baujahr ;)

Die Charaktere sind alle samt einzigartig, verschieden und auf ihre eigene Weise glaubwürdig. Wir bekommen in "Robocalypse" ein wahres Aufgebot an Charakteren geboten, die alle ihren Teil zur Geschichte beitragen: zwei Brüder, die ums Überleben kämpfen; ein Japaner, der den "Geist" seiner androiden Frau befreien möchte; eine Mutter, die ihre Kinder retten will; ein Hacker, der sich der Welt schuldig fühlt; ein Roboter, der leben will ... Es sind wirklich einige dabei und jeder einzelne hat in der kurzen Zeit einen gewissen Tiefgang entwickelt, der eine mehr, der andere weniger.
Ich bin wirklich sehr erstaunt gewesen, wie diese "Augenzeugenberichte" zu den Charakteren gepasst haben.

Das Buch hat mich, vor allem in der ersten Hälfte, voll mitgerissen und in seinen Bann gezogen: Spannend, fesselnd und sogar gruselig. Die zweite Hälfte ließ leider dann etwas nach, was wahrscheinlich an den größeren Zeitsprüngen lag, immerhin handelt das Buch fast über drei Jahre hinweg. Nichts desto trotz hat es mich bis zum Ende an der Stange gehalten.
Allerdings muss ich erwähnen, dass das Buch zum Ende hin aufallend viele Parallelen mit dem Film I, Robot zeigte (Ich habe leider nur den Film gesehen) und auch die "Moral" beinahe die selbe geblieben ist: Menschen und Roboter können friedlich in Koexistenz miteinander leben.

Abschließend kann ich nur sagen, dass "Robocalypse" ein sehr spannendes und (für mich) tiefgründiges Buch ist, dass nicht nur Science-Fiction-Fans eine Freude machen könnte. Wer bereits den Film "I, Robot" mochte, könnte auch am ähnlichen "Robocalypse" gefallen finden. Eine klare Empfehlung!

Zum Schluss noch meine beiden Lieblingszitate aus dem Buch (beide stammen von Robotern):


"Menschen sind undurchschaubar. Unendlich unberechenbar." (S. 410, Neun Null Zwo)

"Menschen brauchen erst Katastrophen, um etwas wirklich zu begreifen. Die Menschen sind eine Spezies, die aus dem Kampf hervorgegangen ist und sich auch nur durch Kampf neu formen lässt." (S. 451, Archos)

Wertung:

Story: 4/5
Charaktere: 4/5
Sprache/Schreibstil: 3,5/5
Emotional: 4/5
Endwertung: 3,875
Altersempfehlung: 14+



♦ ♦ ♦ ♦ ♦

Freitag, 16. März 2012

BZRK [Rezension]

BZRK

von Michael Grant

Originaltitel: BZRK
Verlag: Egmont INK
Seitenzahl: 408
Preis als Hardcover: 17,99 €
Preis als Taschenbuch: -/-
Preis als Kindle Edition: 16,99 €

Klappentext

Ein Junge, der herausfinden will, warum der Verstand seiner Bruders nur noch Brei zu sein scheint ...

Ein Mädchen, das zusehen muss, wie ihre Familie im Kerosinfeuer verglüht ...

Ein skrupelloser Hacker, der jeden manipuliert, der ihm zu nahe kommt ...

Menschen, die sich am Rande des Wahnsinns bewegen, und andere, die diesen längst überschritten haben.

BZRK, das ist die letzte Bastion zwischen uns und der ganz großen Katastrophe. Denn dieser Krieg wird anders sein. Seine Waffen sind winzig, beinahe unsichtbar, absolut tödlich, und niemand kann ihnen entkommen.
Michael Grants atemberaubende und düstere Version eines geheimen Krieges der Mikro- gegen die Makrowelt, gegen unsere Welt. Winzige biotechnologische Nano-Organismen, die dich beschatten, kontrollieren ... töten!

Rezension

Ich bewundere Michael Grant für die Ideen, die sein Hirn hier ausspuckt hat. Das Setting rund um BRZK ist neu, schockierend realistisch und noch nie dagwesen. Die Idee, dass kleine Bioten in der Lage sind, neue Verknüpfungen im Hirn zu verlegen und somit Menschen entsprechend zu manipulieren, oder sogar zu töten, ist wirklich erschreckend. So etwas findet sich auf dem aktuellen Buchmarkt nur selten.

Grant hat hier eine vollkommen faszinierende und rundum neue Welt geschaffen, die mich sehr packen konnte. Gerade für Leser, die gerne Details mögen, könnten hier ihre Freude daran haben.

Die Geschichte rund um Keats/Noah, Plath/Sadie, Wilks, Vincent und co ist rundum perfekt ausgedacht worden, jedoch ... hapert es ein wenig an der Ausführung.

Die Charaktere sind wirklich einzigartig und können nicht mit der stereotypischen Masse verglichen werden. Jedoch sind sie doch zum Teil 'normaler', als ich erwartet habe. Michael Grant führt eine wahre Bandbreite an verschiedenen Personen ein, die alle einen mehr oder minder wichtigen Teil zur Geschichte beitragen. Das ist vor allem anfangs sehr verwirrend, aber durchaus sinnvoll, da so unbewusst Spannung aufgebaut wird. Allerdings konnte ich mich kaum mit einem der Charaktere identifizieren. Alle haben ihr Schicksal, alle haben ihre eigenen kleinen, oder großen Probleme, die mir als Leser fast schon egal waren. Die Charaktere haben eine fast schon gleichgültige Note, die sich dann auch entsprechend auf den Leser auswirkt. Ein bisschen mehr emotionaler Tiefgang und Dialog hätte dem Buch sehr gut getan.

Der Schreibstil ist durchweg durchschnittlich. Er fällt nicht negativ, aber auch nicht positiv auf. Wie schon oben erwähnt hätte dem Buch mehr Dialog gut getan, dafür waren die Passagen 'im Fleisch' meisterhaft und haben mir sehr gut gefallen.

Ich weiß nicht, ob man das so sagen kann, aber das Buch ist sehr nüchtern geschrieben worden und wäre hier wohl eher etwas für eine männliche Leserschaft? Ich persönlich kann mich mit dem Buch weniger anfreunden. Charaktere sind nun einmal essentielle Bausteine für einen fesselnden Roman und die haben hier deutlich Verbesserungsbedarf. Man merkt, vor allem zum Ende hin, dass es sich hier um den Einstiegsband in eine Trilogie handelt. Das Buch endet mit einem recht abrupten Cliffhanger und dann steht man da ... Ich bin sehr neugierig auf die Fortsetzung, auch wenn ich mich jetzt nicht danach verzehre ;)

Michael Grants BZRK ist wahrlich kein Meisterwerk, hat jedoch eine neue und packende Idee als Story, wenn auch mit schwachen, eindimensionalen Charakteren, die nicht ganz überzeugen konnten. Alles in allem ist es ein durchschnittlicher Einstiegsband mit viel Platz nach oben ;)

Wertung
Story: 4,5/5
Charaktere: 2,5/5
Sprache/Schreibstil: 3,75/5
Emotional: 2,25/5
Endwertung: 3,25
Altersempfehlung: 16+



Noch ein herzliches Dankeschön an den Egmont INK - Verlag, für dieses Rezensionsexemplar!



by Lenchen